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Johnossi lässt das Dynamo durch ihren explosiven Auftritt rocken!

Johnossi lässt das Dynamo durch ihren explosiven Auftritt rocken! Michelle Brügger / szenemagazin.ch

John begeistert die Fans sogar mit einer 21-jährigen Gitarre. Die unterschiedlichen Kombinationen aus verschiedenen Gitarren, Schlagzeug und Gesang bringen ein vielfältiges Programm auf die Bühne.

Die schwedische Indie- und Alternative-Rock-Band Johnossi holt das Publikum mit ihren Instrumentalen Fähigkeiten ab. Die Musikgruppe besteht aus dem 40-jährigen Leadsänger und Gitarrist John Engelbert, und dem drei Jahre älteren Oskar Bonde, der das Schlagzeug wie kein anderer beherrscht. Zudem wird Johnossi am Donnerstagabend von dem Keyboardisten Mattias Franzén begleitet. Dies war nicht immer so, denn John und Oskar auch Ossi genannt, sind schon seit jungen Jahren eng miteinander befreundet. Sie verfolgten beide, nicht den von den Eltern vorgesehenen akademischen Schulweg, sondern den kreativen musikalischen Traum. Sie experimentierten jahrelang herum, bis die beiden ihren ersten Erfolg erzielten mit dem Hit «Man Must Dance». Einige Jahre später nach der Veröffentlichung des vierten Albums Transitions wird die Keyboardbegleitung eingeführt. Auch wenn Johnossi noch heute als das Power-Duo gilt, ist der Pianist Mattias Franzén seither ebenfalls ein drittes Mitglied der Band. Wir Fans sind froh, dass sie ihren Traum nachgegangen sind und nie aufgegeben haben!

Johnossi kennzeichnet sich durch ihre einzigartigen, energischen und dynamischen Liveshows aus. Dies ist an diesem Donnerstagabend nicht anders, denn das Power-Duo bringt das Dynamo zum rocken. Das Konzert startet voller Elan mit dem Song «Koala before the storm» aus dem neusten Album «Mad Gone Wild». Dieses Lied erzählt die verzweifelnde Situation, wenn man merkt, die Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren. Meines Erachtens ist dies eine Herausforderung, welche jeder in einer Phase unseres Lebens durchlaufen hat, jedoch nicht oder nur beschämt darüber spricht. Mit der beginnenden Strophe «The ghost in my head», wird auf den Kampf mit der Akzeptanz der eigenen Persönlichkeit verwiesen. Mit diesem Song schafft die Band schon in den ersten Minuten, das Publikum vom Stillstand zu Tanzbewegungen zu motivieren. Auch die Song Lyrics sind den meisten Zuhörer bekannt und singen oder schreien teils mit viel Emotion kraftvoll mit, als würden sie sich verstanden fühlen. Die Kombination von Gitarre, Schlagzeug und dem ausdrucksvollen Gesang machen diesen Auftritt einzigartig und unvergesslich.

 

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

John erzählt uns Fans, dass das Leben in den letzten 2 Jahren für alle seltsam war. Es ist keine Überraschung, dass die Pandemie einen besonders drastischen Einfluss auf die Musikindustrie hatte. Für das Duo war diese Zeit schwer zu überbrücken, denn ohne ihre Bühnenauftritte hat sich der Alltag vieler Artisten verändert. Wie viele Musiker mussten auch John und Ossi ihre Touren immer und immer wieder von neuem verschieben. Die Band teilte in Interviews mit, dass die Live-Auftritte das wichtigste für die Künstler sei. Es gibt kein besseres Gefühl oder mehr Lob als ein mitfieberndes, singendes und tanzendes Publikum vor sich zu haben. Trotzdem haben John und Ossi diese Situation erfolgreich gemeistert. Sie publizierten die beiden Alben «Torch // Flame» und «Mad Gone Wild». Diese langersehnte Freude der Artisten nach langer Zeit endlich wieder auf der Schweizerbühne stehen zu dürfen, ist von Konzertstart bis Konzertende in der Fangemeinschaft offensichtlich spürbar. Der Sänger singt mit so viel Kraft und emotionalem Ausdruck, sowohl in der Stimme als auch in der Körpersprache.

18 Lieder spielt uns das Power-Duo mit der Unterstützung des Keyboarders. Die Liederauswahl umfasst eine Variation aller bisher produzierten Alben. Beginnend mit dem ersten Album «Johnossi», welches im Jahre 2005 produziert wurde, bis hin zum neuesten Album (2022) «Mad Gone Wild». Mit diesem Konzert erstreckt die Band nicht nur ihre zeitliche Karriere, auch die Genres der Lieder führen zu Aufschwung in der Konzerthalle. Für das Publikum ist mit Unterhaltung gesorgt, denn dieser Auftritt ist alles andere als monoton!  John wechselt seine Gitarre nach jedem Song. Für Balladen nimmt er seine Akustikgitarre zur Hand und wird nur sanft durch das Schlagzeug begleitet. Für Musikstücke die mehr in das Rock-Genre gehen, begleitet er seinen Gesang mit einer E-Gitarre und den kraftvollen Schlagzeug-Klängen von Ossi. Diese Genrewechsel bringen Dynamik und Spannung in das Konzert und bieten allen Fans ihre bevorzugten Musikstile. Es ist kein Wunder, dass Johnossi nach nur drei Shows im Jahre 2004 ihren ersten Plattenvertrag bekamen. Nach ihrem ersten veröffentlichten Album «Johnossi» von 2005 zählen sie zu den einflussreichsten schwedischen Contemporary Künstler.

 

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

Mit dem Titel «What’s the point» schliesst die Band das Konzert ab und mit dem letzten Schlagzeug-Klang fällt John dramatisch auf den Boden. Das Publikum schreit sehnlich nach Johnossi und klatschen weiter, mit der Hoffnung auf eine weitere Performance. John betritt die Bühne erneut allein mit einer Akustikgitarre. Er kündigt den neuen Song «Sunny» an. John erzählt dem Publikum, dass diese Gitarre eine spezielle Bedeutung für ihn hat, denn es war ein Geschenk seiner Mutter zu seinem 19. Geburtstag und sei noch heute seine Lieblingsgitarre. Mit dieser Ansage in seiner markanten, gefühlvollen Stimme, wird das Publikum leise und fiebert gespannt mit. Weiter spielen die Artisten in ihrem Encore Johns Lieblingssong «Something = Nothing», gefolgt vom Legendären «Execution Song». In den letzten Liedern geben die Musiker noch einmal alles, was auch das Publikum dazu bringt, kleine Moshpits zu bilden und diese Lieder noch einmal mit aller Energie zu feiern, als gäbe es kein Morgen. Wer das Gefühl hatte, dass die Indie-Rockband bereits alles gegeben hat, täuscht sich.

Mit dem letzten Song «Roscoe» legen sich die Künstler mit dem Schlagzeug und der Gitarre nochmals ins Zeug, um ihren Fans das unvergessliche Erlebnis zu vermitteln. Zu diesem Zeitpunkt sind die Fans schweissgebadet und tanzen zu Johnossis Lieder, wie sie es noch nie zuvor gemacht haben. Der Liedsänger verabschiedet sich von den Fans, indem er die ganze Menschenmasse durchläuft und Ossi verteilt noch Handschläge von der Bühne aus, um sich von ihren Fans zu bedanken.

Für mich persönlich war dieses Konzert grandios. John und Ossi haben integrativ die Fans mit einbezogen, haben so viel Lebendigkeit in ihren Gesang und Instrumente gesteckt, dass uns nichts anderes übrigblieb, als das Tanzbein zu schwingen. Zudem gehöre ich zu den glücklichen Fans, die sich mit der Hand von John und Ossi bedanken konnten. Johnossi, danke für diesen unvergesslichen Abend!

 

 

 

 

Eventdatum: 02.06.2022

Journalistin: Daniela Frei / szenemagazin.ch

Fotografin:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  Dynamo, Zürich

Veranstalter: Good News 

 

 

Publiziert in Konzert

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