Tag zwei am Zürich Openair
Reto Turotti / szenemagazin.ch
Zweite Sommernacht am Zürich Openair mit erstklassigen Artisten und dies alles noch unter dem Motto Sauberkeit.
Ich betrete das Festivalgelände um ca. 19:00 Uhr. Wegen meines Jobs habe ich es leider nicht zu den Konzerten von Maryne, Zian und Danitsa geschafft. Jedoch ist meine Vorfreude umso grösser für Bastille, Kings of Leon, Two Door Cinema Club und Boris Berejcha. An diesem Mittwoch ist auf dem Festivalgelände ein Abend voller Unterhaltung und gutem Sommerwetter zu erwarten.
Die englische Band Bastille bietet die perfekte Mischung aus Indie-Rock, Indie-Pop, Pop-Rock und Alternative Rock, je nach Lied. Wusstet ihr eigentlich, dass der Liedsänger Dan Smith als Soloartist auftreten wollte? Später jedoch erweitert er seine Band mit drei Freunden, dem Keyboarder Kyle Simmons, dem Bassisten und Gitarristen Will Farquarson und dem Schlagzeuger Chris Wood. In dieser Aufstellung treten sie auch am diesjährigen Festival auf, jedoch noch mit einer zusätzlichen starken Frauenstimme, die für Abwechslung sorgt. Um 19:30 Uhr tritt die Band mit einem «Grüezi Züri» auf die Hauptbühne und beginnt mit dem Song Distorted Light Beam. Die Stimmung scheint mit dem zweiten bekannten Lied Things we lost in fire sehr freudig. Fans jubeln und singen bei diesem Song fleissig mit. Auch mit Flaws und Happier sind die Fans zum schönen Sommerabend kaum zu stoppen. Die Band scheint nervös zu sein, vor den grossen Künstlern Kings Of Leon aufzutreten, denn sie fragen uns Fans vermehrt, ob wir bereit für Kings of Leon sind. Sie schliessen ihren Auftritt mit einem ihrer erfolgreichsten Lieder Pompeii ab. Während ihres Gigs kommt mir die Frage in den Sinn, ob dieser Ohrwurm etwas mit der italienischen Stadt Pompeji zu tun hat, da ich dort gerade in den Ferien war. Zu Hause habe ich die Lyrics aufmerksam studiert und verstanden, dass Vesuvs Vulkanausbruch als eine Metapher verwendet wird. Sie nehmen diesen geschichtlichen Hintergrund, um mitzuteilen, dass man das Leben selbst steuern kann und dass einige Probleme von einem Tag auf den anderen auftauchen können und man diese nicht einfach ignorieren kann. Genau wie die Asche nach dem Vulkanausbruch, welche das Leben vieler zerstörte.

Nach diesem Konzert heisst es für mich bei der Hauptbühne zu bleiben, um einen guten Platz für Kings of Leon zu ergattern. Ich habe schon lange auf den Moment gewartet, diese Band live hören zu dürfen. Ich weiss, ich bin vermutlich schon seit ich das Line-Up zum ersten Mal zu Gesicht bekommen habe beeinflusst, da ich die Musik der Nashviller Band einfach fantastisch finde.
Kings of Leon, eine generationsübergreifende Familienband mit den Mitgliedern Caleb Followill, Mathew Followil, Jared Follwil und Nathan Follwil praktizierten vor ihrem Erfolg im Jahre 2000 in einem Kirchenorchester in den Vereinigten Staaten. Die ersten Erfolge erzielte die Band als Supporting Acts von U2 und und The Strokes. Musikalisch wusste ich mehr oder weniger, was mich erwarten wird, denn ich hatte mir vorher Videos zu den Konzerten angeschaut: Die Band spielt die Alben genau gleich, wie sie auf Spotify zu hören sind. Meine Annahme wurde während des Konzertes bestätigt. Als grosser Fan hatte ich mich auf individuelle musikalische Anpassungen gefreut, doch leider waren von diesen nicht viel zu hören. Dies war meiner Meinung nach ein bisschen schade, denn ich mag es, wenn die Lieder live ein bisschen anders gespielt werden.
Nichts desto trotz war ihre musikalische Leistung hervorragend. Das Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente mit der einzigartigen Stimme von Caleb Followil schafft es die Band, sich von allen anderen Rock-Bands zu unterschieden. Caleb singt kraftvoll und gleichzeitig mit so viel Gefühl, dass ich während des Konzertes ständig Gänsehaut verspürte. Besonders beim Lied Use Somebody, und Closer überzeugt die Band mich durch ihre rockige und doch so sanfte Art des Auftritts. Wie üblich werden die grossen Hits für den Schluss aufgespart. Während Sex on Fire dreht die Menge an Fans durch. Vor mir und hinter mir eine riesen Menschenmasse. Es scheint fast so zu sein, als hätte Kings of Leon alle Besucher an die Hauptbühne locken können.
An diesem Tag darf natürlich Two Door Cinema Club nicht vergessen werden, welche auf der Zeltbühne aufgetreten sind. Die Indie-Rock Fans tanzen fleissig mit und scheinen auch alle Lyrics zu kennen. Auch sie bringen ihre grossartigen Hits, wie What you know und Sun. Dieses Konzert scheint vergleichsweise zu den Haupt-Acts klein aber fein.
Nach dem eher gemütlichen Indie-Konzert mache ich mich mit meinen Freunden auf den Weg zur Zeltbühne, wo Boris Brechja um 00.30 Uhr auftritt. Der deutsche DJ und Musikproduzent verspricht Abwechslung für meinen Festivalbesuch. Seine Elektromusik bringt die ganze Zeltbühne zum Raven. Es macht einfach nur Spass zu seiner Musik zu tanzen und einen solchen DJ live sehen zu können.
Beenden möchte ich diesen Artikel mit einer Bewunderung zur Sauberkeit und Nachhaltigkeit an diesem Festival. Getränke werden alle mit Depot belegt, was dazu führt, dass die Fans ihre Becher stets zurückbringen. Auch Zigarettenstummel sind kaum zu finden, weil der Staff bemüht ist, das Gelände sauber zu halten. Solch eine Sauberkeit habe ich zuvor noch nie an einem Festival erlebt. Zu diesem Thema möchte ich noch anfügen, dass auch die Stores, welche am Openair präsent sind, diesem Trend folgen.
An dieser Stelle möchte ich euch vom tollen Konzept von 2nd Peak erzählen und euch dazu motivieren, dies zu unterstützen. 2nd Peak ist der erste Secondhand Outdoorshop. Die Wahrheit ist, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der wir oftmals etwas kaufen, was wir nur zwei Mal tragen. Mit diesem Laden habt ihr jedoch die Möglichkeit, Second Hand Sportartikel zu kaufen oder euer Outdoor Equipment für einen Drittel des Verkaufspreises zu kaufen. Ihr habt auch die Möglichkeit, die Ausrüstung zu guten Preisen zu mieten, falls ihr es nicht kaufen wollt. Oder hat der Sportartikel beim letzten Abenteuer etwas abgekriegt? Kleine Schäden sind Dank 2nd Peak kein Grund etwas zu entsorgen. 2nd Peak repariert und ändert alles und verlängert die Lebensdauer von Lieblingsstücken. Falls ich euch überzeugen konnte, findet ihr den Laden an der Europaallee in der Nähe des Hauptbahnhofs Zürich.
Vergleichsweise zum Dienstag bietet der Mittwoch nach den Konzerten noch eine Bühne, um die guten Liveauftritte mit einem Rave ausklingen zu lassen. Was kann ich sagen, es hat Spass gemacht und kann kaum erwarten, was der nächste Tag des Festivals ans Licht bringt.
Eventdatum: 23.08.2022
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: ZOA, Glattbrugg
Veranstalter: ZOA
Bastille
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/884-tag-zwei-am-zuerich-openair#sigProIdb95fb81ed1
Beabadoobee
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/884-tag-zwei-am-zuerich-openair#sigProId5a65f53fc5
Kings of Leon
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/884-tag-zwei-am-zuerich-openair#sigProId6e0843e0f2
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Reto Turotti
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