Die vier Buchli-Brüder Matt (Lead-Gesang & Gitarre), Joe (E-Gitarre), Esra (Schlagzeug) und Simri-Ramon (E-Bass) gründeten ihre Band im Jahr 2007. Der Name der Band ist in Anlehnung der legendären Bombay Street im australischen Adelaide, wo sie Anfang der 2000er Jahre mit ihrer neuen köpfigen Familie gelebt haben. Die beiden Erstlings-Alben «Up In The Sky» (2011) und «Oko Town» (2012) sind je eine runde Sache und ganz nach meinem Geschmack.
Um das Publikum in Stimmung zu bringen, stimmen sie den Song Empire an. Die Hände im Publikum gehen nach oben und ich stehe mittig in den vordersten Reihen, damit ich freie Sicht auf die Band habe. Matt sieht mich dastehen und bringt sich in Pose, damit ich ihn gut ins Bild bringen kann. Ich ziehe mich zurück, damit die Fans auf ihre Kosten kommen, denn sie haben die Plätze bezahlt. Von der Seite her kann ich die Reaktionen besser einfangen. 24 for seven folgt als nächstes.
Matt stellt seine Brüder im Einzelnen vor. Esra ist der Einzige der Band, der eine Ausbildung als Musiker abgeschlossen hat. Joe kümmert sich um die Finanzen der Band und Matt ist für die Auftritte und das Booking zuständig. Nun stimmen sie einen Titel aus dem Album «Start over» an, hören nach ein paar Akkorden auf und stellen die Frage ans Publikum, was das für ein Songtitel ist. Ein Fan errät es sofort und wird an die Bühne gebeten, wo Matt der Dame eine handsignierte CD gibt, die sie voller Stolz entgegennimmt. Ja, aber wir wissen immer noch nicht, welcher Titel es ist. Und es ist Yellow Bus, den sie spielen. Es ist ein typischer Bombay-Song im Stil Indie Folk Rock.
Plötzlich geht das Licht auf der Bühne aus und vor dem Mischpult wieder an. Als die gesamte Band dann bei Long Way gemütlich mitten durchs Publikum schlendert, ist die Stimmung fast nicht mehr zu toppen. Gut vier Songs spielten Esra, Simri-Ramon, Matt und Joe auf der Front Seite des Mischpultes mit nur zwei Mikrofonen. Beeindruckend, wie ein Song ganz ohne Verstärker wirkt. Bedenkt man, dass die vier Brüder alle ihre Songs selbst schreiben und komponieren.
Mit ihrem Debüt Album «Up In The Sky» und dem Nachfolger „Oko Town“ konnten sie sich 115 Wochen in den Charts halten und wurden mit Gold und Platin bedacht. Jetzt sind sie wieder komplett auf der Bühne und Matt fordert das Publikumauf, sich auf den Boden zu setzen und das funktioniert auf Anhieb. Die Band legt mit vollem Elan los und spart ihre besten Stücke bis fast zum Schluss auf. Ein weiterer Beweis dafür, dass 77 Bombay Street trotz Erfolg am Boden geblieben sind und sich auch vor dem Kontakt zu den Fans nicht scheuen. Der Schweiss rinnt von ihren Gesichtern, die Bewegungsfreiheit ist leicht eingeschränkt, und das rhythmische Klatschen der Besucher bringt den Saal zum Kochen. Nach gut neunzig Minuten ist das Konzert vorbei. Schade, dass nicht mehr Zuschauer anwesend waren, denn die Brüder hätten es verdient. Aus meiner Sicht war der Saal des Volkshauses nur zu gut zwei Drittel gefüllt.
Eventdatum: 03.11.2022
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Volkshaus, Zürich
Veranstalter: act Entertainment
Zuschauerzahl: unbekannt
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/947-77-bombay-street-volkshaus?print=1&tmpl=component#sigProIdb07edc96fa
