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Hart umkämpfte Partie für den Einzug ins Halbfinal

Hart umkämpfte Partie für den Einzug ins Halbfinal Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Wer seine Flugtickets für die Anreise zum Finalspiel nach dem ersten Drittel stornieren wollte, hätte die Flinte zu früh ins Korn geworfen. Zumindest aus Zürcher Sicht. Einmal mehr haben die Lions im letzten Drittel ganz nach dem Motto «Vollgas ZSC» alle Register ziehen müssen, um eine Runde weiterzukommen.

Dafür, dass Eisbären eigentlich leichtfüssig auf der spiegelglatten Fläche zurechtkommen sollten, landeten sie zu Beginn recht oft auf dem Hintern. Doch die Lions sind nicht sehr subtil am Werk und die Schiedsrichter pfeifen Fouls rigoros. Allerdings fackeln die Gegner nicht lang und befördern den Puck nach einer Minute des ersten Powerplays in Hrubecs Maschen. Der zweite Streich folgt 9 Minuten später und drei Sekunden vor der Pause jubeln die Fans der deutschen Mannschaft ein weiteres Mal. Ich rieche den starken Kaffee bis in die Halle, denn so verschlafen wie der ZSC im ersten Drittel agiert hat, wird der vermutlich während der Unterbrechung intravenös verabreicht. Und siehe da: während die Eisbären noch den Pausensnack verdauen, zeigt die Hallo-Wach-Tablette auf Zürcher Seite ihre Wirkung. 28 Sekunden ins Mitteldrittel fällt das erste Tor für die Lions. Auch wenn mehr Action auf dem Eis zu sehen ist, ist die Ausbeute nicht sehr gross. Immerhin fällt in der 39. Minute noch der Anschlusstreffer zum 2:3.

Wer jetzt denkt, die Lions hätten in der Kabine nochmal eine motivierende Spritze bekommen… Pustekuchen. Die Bären erhöhen den Score im Schlussdrittel nach 2 Minuten auf 2:4. Ob das gut kommt? Oder müssen wir uns weitere 15 Jahre lang in den Fansongs anhören, dass wir 2009 mal CHL-Meister waren? Ich weise dezent darauf hin, dass der aktuelle Wettbewerb heuer das 10-jährige Jubiläum feiert. Ich kann den Gedanken kaum zu Ende führen, weil die Lions 22 Sekunden später ihren dritten Treffern bejubeln. Ziemlich genau in der Mitte des letzten Drittels wird ein Zürcher etwas unsanft behandelt bei den Spielerbänken. Die Aufmerksamkeit bleibt bei vielen dort hängen, aber abgepfiffen wird nicht. Das nutzen die Lions aus und erzielen den Ausgleichstreffer. Das passt dem Berliner Coach nicht und legt eine Coach’s Challenge ein – wegen einer Offside-Situation während des Nettigkeiten-Austauschs an der Bande. Doch auch die zweite Challenge wird nach dem Videoreview abgeschmettert.

Ein Unentschieden reicht fürs Weiterkommen, aber es sind noch 10 Minuten zu spielen. Zu lang für meinen Geschmack, falls die Gastgeber jetzt gewohnheitsmässig einen Gang zurückschalten würden. In der 54. Minute gehen die Lions in Führung und ein paar Minuten später entscheiden sich die Berliner, ihren Torhüter vom Eis zu nehmen. Alles oder nichts, richtig? Richtig. Drei Mal stürmen die ZSC mit dem Puck in Richtung gegnerisches Tor und verfehlen den Kasten, die Scheibe landet nicht mal ansatzweise in dessen Nähe. Das Timeout der Eisbären 2 Minuten vor Spielschluss trägt auch keine Früchte und so schaffen es die ZSC Lions mit dem 5:4-Sieg ins Halbfinal der Champions Hockey League.

Dort treffen sie im Januar 2025 auf den letztjährigen Meister Genève-Servette für 2 Spiele, die im Achtelfinal schon Lausanne HC aus dem Wettbewerb gekegelt haben. Im Final landet, wer in der Summe beider Spiele mehr Tore erzielt hat. Haben beide Teams nach Ablauf der regulären Spielzeit der zweiten Partie auf dem Papier gleich viele Tore, wird in einer Verlängerung entschieden, wer mit einem Tor mehr um den Meistertitel kämpfen darf.

 

   

ZSC Lions vs. Eisbären Berlin: 5:4 (0:3 | 2:0 | 3:1)

Details zum Spiel: Champion Hockey League

Aufstellung: Lineup

 

Eventdatum: 19.11.2024

Fotografin:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  SwissLife Arena, Zürich

Veranstalter: ZSC Lions

Zuschauerzahl: 3224

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Michelle Brügger
Publiziert in Sport