In der Saison 2022/23 wurde Genève-Servette HC Schweizermeister und in der darauffolgenden Saison CHL-Meister. Die Lions haben sich den Titel in der Nationalleague 2023/24 geholt und stehen am 18. Februar 2025 im Final gegen Färjestad Karlstad. Die Sensation wäre also perfekt, wenn dieses Jahr der amtierende Schweizermeister auch wieder CHL-Meister wird.
Aber zuerst müssen sie sich noch gegen die Genfer im Rückspiel durchsetzen. Die Lions befinden sich in einer komfortablen Lage, denn selbst wenn sie 0:4 gegen die Genfer verlieren, stehen sie immer noch im Final. Ob das der Grund ist, weshalb bei dieser Partie weniger Zuschauer in der Arena waren? Oder weil man gegen ein Team gespielt hat, das man sich auch in der regulären Saison ansehen kann? Ich weiss es nicht. Dass nur eine Handvoll Servette-Fans angereist sind, ist jedoch nachvollziehbar. An einem stinknormalen Dienstag nach Zürich zu fahren, wenn der Match zudem erst 20:15 Uhr startet, stünde jetzt auch nicht auf meiner Bingokarte.
Kommt noch dazu, dass die Chancen auf einen Gewinn für die Romands eher unerwartet käme. Doch der ZSC wäre nicht der ZSC, wenn man sich etwas zurücklehnt, sobald der Druck weg ist. Es verwundert mich keine Sekunde, dass die ersten 20 Minuten torlos und ehrlich gesagt auch unspektakulär verstrichen. Da war wenig Energie drin, keine Spannung. Die andere Partie startete rund 20 Minuten früher, weshalb ich immer mal wieder den Stand abgefragt habe. Beim andern Finalpartner stand es bereits 2:1. Und da der Score entscheidend ist, wo der Final ausgetragen wird, haben wir an der Bande immer mal wieder gerechnet: «Wie viele Tore brauchen die Lions, um in Zürich und nicht in Schweden anzutreten?» Dabei sind uns aber einige Fehler unterlaufen. Denn nicht nur die Halbfinalpartie entscheidet über das Heimrecht – es zählen alle Tore während des Playoffs.
Im zweiten Drittel sind die Lions mit 2:0 in Führung gegangen, während es in Prag nun schon 3:2 stand. Wir brauchen also drei Tore und maximal einen Gegentreffer. Dachten wir. Aber unseren Rechnungsfehler werden wir erst am Schluss der Partie bemerken. Die Zürcher agieren im Powerplay, erzielten das 2:0 und können kurz darauf nicht auf 5 zählen. Die Genfer haben sich umgehend mit einem Treffer bedankt. Während die Partie in Prag mit 4:2 zu Ende ging, führen die ZSC Lions mit 2:1 nach 40 Minuten.
Auch im Schlussdrittel fallen innerhalb weniger Minuten zwei Tore. Selbst wenn die Begegnung in Altstetten ebenfalls mit 4:2 ausgehen würde, nehmen wir noch immer an, den Final in Zürich zu erleben. Es hat dann wenig geholfen, dass Chris Baltisberger sich in der 54. Minute eine Strafe wegen unsportlichen Verhaltens eingehandelt hat. Im Gegensatz zu den Lions nutzen die Genfer ihre Überzahlsituation aus und nun steht es auf einmal 3:3 – mit Blick auf die Uhr wird es jetzt eher knapp, um noch zwei weitere Tore zu schiessen. Aber im Endeffekt ist die Hauptsache: wir stehen im Final, richtig? Richtig. Aber weil die Regeln ja anders sind als wir Rechenkünstler angenommen haben. So kommt es am Ende, dass die ZSC Lions trotz eines 3:3-Unentschieden nicht nach Schweden reisen müssen, obwohl sie im Halbfinal 10:4 Torverhältnis vorweisen können und die Zürcher nur 9:4. Summa summarum sind es für die Zürcher während der Playoff-Phase 29 Tore, für die Schweden nur deren 23. Und darum freue ich mich auf den 18. Februar 2025, wenn es heisst «Vollgas ZSC, holed eu de Titel».
ZSC Lions vs. Genève-Servette HC: 3:3 (0:0 | 2:1 | 1:2)
Details zum Spiel: Champion Hockey League
Aufstellung: Lineup
Eventdatum: 21.01.2025
Fotografin: Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Location: SwissLife Arena, Zürich
Veranstalter: ZSC Lions
Zuschauerzahl: 6400
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