Düstere Wolken, Flaggen und verpasste Chancen
Nils Blattner / szenemagazin.ch
Die Gladiators Basel verlieren im Rankhof-Krimi gegen die Bern Grizzlies mit 7:10.
Nachdem es über den Tag verteilt in der ganzen Schweiz immer wieder kleine Schauer gab, scheint Petrus zumindest etwas Nachsicht in Basel walten zu lassen. Die Stimmung ist zwar düster, der Regen bleibt aber aus. Trotz der düsteren Stimmung sind 749 Zuschauer in den Rankhof gekommen. Den ersten kleinen Münzwurf-Erfolg feiern die Gastgeber, lassen aber den Gästen den Vortritt.
Die Grizzlies starten laufstark, abwechslungsweise mit Running Back Jake Stoll und den Beinen des Quarterbacks Ellis selber. Dank einem ausgespielten vierten Versuch von der Mittellinie aus bleibt der Drive am Leben. Danach legen sie sich mit einem Holding selber ein Ei. Daraufhin gibt es kurz etwas Verwirrung bei den Schiedsrichtern: sie wechseln mehrfach zwischen «false start» beim Angriff und «offside» bei der Verteidigung. Dank einer starken Leistung der Basler Verteidigung, vor allem auch durch Fabian Bruhin, kommen Pässe nicht an und die Grizzlies versuchen ein Field Goal. Das geht daneben, somit bleiben die Zähler auf 0 und die Gladiators kriegen den Ball. Doch auch die Berner Verteidigung ist solide. Vor allem mit der Defense-Line hat der Quarterback Noble immer wieder Probleme: Die Hünen halten ihre Arme hoch, lenken Pässe von ihrer eigentlichen Flugbahn ab. Doch auch in die andere Richtung funktioniert das Laufspiel ähnlich gut. Der QB rennt mehrmals selber und holt so neue erste Versuche. Und auch die Basler spielen einen vierten Versuch aus. Aber der angeworfene Receiver findet den Ball nicht und der Ballbesitz wechselt erneut ohne Punkte.
Zum soliden Laufspiel der Grizzlies kommt nun zusätzlich ein funktionierendes Passspiel, mit dem sie stet über das Feld marschieren. Zwar müssen sie erneut einen vierten Versuch ausspielen, aber das Yard holen sie locker. Mit einem Pass auf O’Leary kommen sie dann auch in die Endzone zu den ersten Punkten, 0:7. Die Gastgeber drehen auf ihre Art auf und kontern. Arterburn kann den Kick-Off bis in die gegnerische Hälfte zurücktragen und weckt den Rankhof richtig auf. Aber auch die Berner sind wach und verhindern Pass um Pass an der Line of Scrimmage. Dank einer Flagge durch die Gäste, übertriebene Härte an dem Quarterback, wird es ganz heiss: Von der Zwei-Yards Linie kommen die Gladiators nicht mehr weiter. Beim vierten Versuch gehen sie trotzdem und müssen ohne Punkte vom Feld. Dank eines weiteren Fouls wegen übertriebener Härte, diesmal gegen die Basler, kommen sie aus der Gefahrenzone. Weil die letzten zwei Minuten der ersten Halbzeit angebrochen sind, wechseln die Grizzlies in eine hurry up Offense und kommen rasch übers Feld. Es sieht so aus, als ob sie den Vorsprung ausbauen, als sie nur noch fünf Yards vor der Endzone stehen. Die Basler Verteidigung sieht das anders: sie schaffen es, den Ball aus den Händen des Ballträgers Studer zu stibitzen. Mit 40 Sekunden übrig und dem ganzen Feld vor sich, entscheiden sie sich zur sicheren Variante und lassen die Zeit auslaufen.
Vor dem Return von Arterburn haben die Berner Respekt und kicken den Ball sehr kurz. Der eigentliche Linebacker Gonçalves kann den Ball nur mit Ach und Krach unter Kontrolle bringen, ein grösserer Fehler bleibt aber aus. Fast von der Mittellinie aus geben die Gastgeber Vollgas und rennen vor allem bis kurz vor die Endzone. Von da aus findet Noble mit viel Gefühl seinen Receiver Bianchi zum Ausgleich bei tosendem Applaus: 7:7. Immer wieder versuchen die Gäste die Basler Defense zu locken: Sie stellen sich auf, als ob sie loslegen möchten, ohne den Ball zu bewegen. Die Verteidigung bleibt aber grösstenteils standhaft. Dank einigen sehr knappen Spielzügen und einer erneuten übertriebener Härte durch Basel kommen die Grizzlies wieder gefährlich nahe. In der Redzone fahren sie sich aber fest. Statt einem Touchdown fliegt eine Flagge wegen Haltens und so geben sie sich mit drei Punkten zufrieden, das Field Goal ist erfolgreich zum 7:10. Obwohl Bianchi den anschliessenden Kick-Off bis zur Mittellinie zurücktragen kann, kommen die Basler nicht mehr von Fleck und müssen punten.
Im Schlussviertel zeigt sich die physische Stärke beider Mannschaften erneut. Sie geben sich nicht viel und kämpfen um jeden Yard. Eine Schrecksekunde für die Berner gibt es, als Ellis tief im Backfield getackelt wird und erst Minuten später vom Feld humpelt. Für einen Spielzug darf der Verteidiger Mata Quarterback spielen. Dass er nicht als Quarterback trainiert, sieht man gleich, als er den Ball selber rennt und gleich verliert. Glück im Unglück für die Grizzlies: Mata war schon ausserhalb des Spielfeldes und Ellis kann nach der Verschnaufpause wieder zurück aufs Feld. Weil dann O’Leary kurz seine Fassung verliert und einem Basler eine pfeffert, wird er vom Feld gestellt und sie müssen punten. Das Geschenk können die Gastgeber nicht nutzen, sie kommen nicht vom Fleck und geben den Ball gleich zurück. Zum Abschluss zeigen die Grizzlies, dass sie auch knappe Spiele in trockene Tücher kriegen. Erst kann ein Ballfänger den Ball an der rechten Seitenlinie mit seinen Füssen im Spielfeld fangen, dann das gleiche auf der linken Spielseite. Mit dem schönsten Spielzug, der Victory Formation, geht die Zeit aus.
Beide Angriffe hatten durch die starken Defensiven ihre Probleme. Beide Teams haben Chancen vergeben, doch zuletzt hatte Bern die Oberhand. Die Grizzlies bleiben an der Tabellenspitze und die Gladiators im Mittelfeld. Mit etwas Glück gibt es dann in den Playoffs die dritte Paarung der beiden Mannschaften.
Gladiators Basel vs. Bern Grizzlies: 7:10 (1:1)
Details zum Spiel: SAFV
Eventdatum: 16.05.2026
Fotograf: Nils Blattner / szenemagazin.ch
Location: Stadion Rankhof, Basel
Veranstalter: Gladiators Basel
Zuschauerzahl: 749
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/1527-duestere-wolken-flaggen-und-verpasste-chancen#sigProId91322e050e
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Ni
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