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Saisonstart gegen Abstiegsverursacher

Saisonstart gegen Abstiegsverursacher Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Der EHC Kloten trifft in ihrem ersten National League Spiel auf die SC Rapperswil-Jona Lakers - Der Club, dem sie den Abstieg in die Swiss League zu verdanken haben. Ein knappes 2:1 liess damals den Traum des Ligaerhaltes platzen.

Es ist 1609 Tage her, seit der EHC Kloten das letzte Mal in der National League gespielt hat. Damals wie auch heute Abend gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers. Während vier Saisons erholt sich der EHC in der Swiss League und stellt sich neu auf. Am 20.4. dieses Jahr war es dann soweit, mit einem minimalen Resultat von 1:0 schafft der EHC Kloten den Aufstieg gegen den EHC Olten. In der Sommerpause hat man dann die eigenen Reihen aus- und umgebaut. Verschiedene Spieler haben den Klub verlassen, neue sind dazugestossen. So auch die vier neuen Herren aus der ersten Linie, Ekestahl-Jonsson, Rouotsalainen, Aaltonen und Simic. Einzig Kellenberger ist geblieben. Einen wichtigen Wechsel gab es auch zwischen den Torpfosten, die neue Nr. 1 ist Juha Metsola. Der 33-jährige Finne stammt aus Tampere und bringt sieben Jahre KHL-Erfahrung mit nach Kloten.

Nun ist es so weit, die neue National League Saison für den EHC Kloten startet. Einwurf des Pucks zum Spielbeginn. Die Gäste können sich den Puck sichern. Es dauert nur gerade 74 Sekunden bis zum ersten Strafpfiff. Unser Neuzugang Jonathan Ang hat seine Schaufel etwas zu hoch und muss für diesen hohen Stock auf die Strafbank. Ein erster Test für die Klotener Verteidigung: Sie steht und weiss sich zu wehren. Der SCRJ kann sein Powerplay nicht aufbauen und wird immer wieder gekonnt gestört. Die Strafe vergeht torlos und die beiden Mannschaften beschnuppern sich weiter. Nach etwas mehr als sechs Minuten auf der Match-Uhr kommt es zu einer brenzligen Situation vor Nyffelers Tor. Patrick Obrist steht eigentlich optimal, schiesst und scheitert am jüngeren Nyffeler Goalie. In der neunten Minute dann eine fragliche Situation. Jonathan Ang wird bedrängt und von Petr Cajka zu Boden gebracht. Daraufhin wird interessanterweise Marc Marchon eines Haltens beschuldigt und für zwei Minuten auf die Bank geschickt. Powerplay 2 für die Lakers und erneut top Verteidigungsarbeit des EHC Kloten. Torlos verstreicht diese zweite Strafe. Doch dann ist das Tor da, in der 12. Minute kann Juha Metsola den Puck nicht unter Kontrolle bringen. Dominic Lammer kann ihn über Metsolas rechten Beinschoner ins Netz befördern. Die Freude dauert nur kurz, denn nach 22 Sekunden schrillt erneut ein Pfiff durch die Halle. Leandro Profico wird für ein Beinstellen auf die Strafbank geschickt. Es ist da, das erste National League Powerplay für den EHC Kloten. Der EHC kann sich gut platzieren und an vorderster Front steht Jonathan Ang neben Nyffeler. Ang macht dort weiter, wo er beim HC Thurgau aufgehört hat: dem Torhüter im Sichtfeld stehen. Dies mit Erfolg, denn nach 23 Sekunden kann er den Puck hinter Nyffeler platzieren und zum ersten Mal für den EHC Kloten jubeln. Kurz darauf wird der Fangesang wer nöd gumpet isch känn Chlotener angestimmt und die Stimmung in der Halle ist kurz vor dem Kochen. Tormässig bleibt es im ersten Drittel nun ruhig. Einzig die Torhüter zeigen gute Leistung. So auch Nyffeler, knapp drei Minuten vor Drittelspause. Marc Marchon hat den Führungstreffer auf der Schaufel, aber Rappis Goalie hat was dagegen und wehrt ab.

 

EHCK vs SCRJ Marcel Kaul szenemagazin 0020

 

Miro Aaltonen darf in der vierten Minute des zweiten Drittels ein erstes Mal in der Kühlbox Probesitzen, nachdem er den Puck aus dem Spielfeld befördert hat. Es liegt wieder an der Klotener Verteidigung, schlimmeres zu verhindern. Mehrfach werfen sie sich in die Schusslinie, um den Puck abzuwehren. Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre… Wenn Miro Aaltonen einen Meter schneller gewesen wäre, hätte er den Puck nur noch in die leere Ecke einschieben können. Es soll dann Nico Dünner sein, der den nächsten Score erzielt. Er kann auf Pass von Gian-Marco Wetter einschieben zum 1:2. Hierbei sieht Andri Spiller schlecht aus, denn er verpasst den Moment, den Puck noch mit dem Stock daran zu hindern, über die Torlinie zu kullern. Der Rest des Mitteldrittels ist von Strafen gezeichnet. Es beginnt in der 31. Minute, als Nodari und Lammer Nettigkeiten austauschen und leicht aneinander geraten. Hierfür kassieren beide 2 Minuten wegen übertriebener Härte. Nun ja, wenn das schon als übertriebene Härte zählt, wie sieht es dann bei richtigen Schlägereien aus? Die Strafe der beiden ist noch nicht ganz abgelaufen, da muss Jonatha Ang erneut raus, Beinstellen das Verdikt. Rapperswil kann in doppelter Überzahl agieren, bis 17 Sekunden später Nicklas Jensen seine Stockschaufel in Randeggers Gesicht parkiert. Blutverschmiert fährt Klotens Nr. 14 auf die Mannschaftsbank. Obwohl der Schiedsrichter das Blut gesehen hat, bedarf die Situation eines genauen Videostudiums. Ein solch kurzes Videostudium habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Aber ein Abspielen der Szene hat Daniel Stricker gereicht, um Nicklas Jensen mit einer 5+Spieldauerstrafe zu belegen. Für 8 Sekunden ist Spielergleichstand mit vier gegen vier. Wenn da nicht das Halten von Neuzuzüger Ekestahl-Jonsson vom Unparteiischen gesichtet worden wäre. Auch eine weitere Strafe gegen Dominic Lammer der Gäste bringt nur Chancen, aber keine Resultatsänderung. Mit dem Pausenpfiff schiesst Miro Aaltonen nochmals gefährlich aufs Rappi-Tor, aber einmal mehr scheitert er an Nyffeler. So geht das Strafenmitteldrittel mit dem Überzahlspiel der Klotener zu Ende.

Melvin Nyffeler kommt auch zu Beginn des Schlussdrittels nicht zur Ruhe. Jonathan Ang greift mehrfach an und prüft ihn auf Herz und Nieren. Selbst im Alleingang ist Ang nicht zu bremsen. Er zieht 1 ½ Runden durch das gegnerische Drittel und schiesst aufs Tor. Ich muss glaube ich nicht erwähnen, dass wieder Nyffeler im Weg steht und den Ausgleich verhindert. Ein zu hoher Stock von Nodari Matteo verhilft den Gästen zu einem weiteren Powerplay. Sie können sich im Klotener Drittel festsetzen und das 1:3 erzielen. Ist dies der Todesstoss 170 Sekunden vor Spielende? Jeff Tomlinson geht nun all in und ersetzt den Torhüter mit einem sechsten Feldspieler. Die Gastgeber versuchen sich im Drittel festzukrallen, verlieren jedoch den Puck. Dieser wird gekonnt in Richtung leeres Klotener Tor geschossen. Man kann nicht sagen, dass er das Tor verfehlt hätte, er trifft den Pfosten. Der EHC Kloten rappelt sich nochmals auf und geht in Angriff. Sie verlieren nochmals die Puckkontrolle und nach 38 Sekunden oder genau 2 Minuten vor Spielende schiebt Andrew Rowe zum Empty Netter ein. Dieses 1:4 ist auch das Schlussresultat. Der EHC Kloten vermag nicht mehr, daran etwas zu ändern.

Das Resultat würde ich persönlich jedoch nicht allzu stark werten. Ja, der EHC Kloten hat verloren, doch rein spielerisch liegt er mehrheitlich auf gleicher Ebene wie die Lakers oder sogar noch höher. Es ist ihr erstes Spiel in der höchsten Schweizer Eishockey Liga und noch lange nicht das letzte. Die nächste Begegnung findet bereits am Dienstag 20.9.22 um 19:45 Uhr gegen Lausanne HC statt. Bis dahin hat Jeff Tomlinson Zeit, den Feinschliff zu verbessern.

 

 

 

EHC Kloten vs. SC Rapperswil-Jona Lakers 1:4 (1:1 | 0:1 | 0:2)

Schüsse aufs Tor: 32:34 (12:12 | 8:16 | 12:6)

 

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF 

Aufstellung: TeamRoaster

 

Eventdatum: 18.09.2022

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  stimo arena, Kloten

Veranstalter: EHC Kloten

Zuschauerzahl:  5721

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Sport

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