Der ZSC spielt die letzte Partie von 2021 niveaumässig im Keller
Nur weil man die Emmentaler im Haus hat, muss man noch lange keinen Käse zusammenspielen. Oder anders gesagt: Wenn man erst in der Verlängerung sein Können zeigt, hat man den Sieg eigentlich nicht verdient.
Es ist Lion Kids Day, 8'794 Zuschauer sitzen in den Rängen. Obwohl sehr viele Kinder anwesend sind, haben sich einige Fans nicht unter Kontrolle, fluchen und schreien in Richtung Eisfläche. Ich werde vermutlich nie verstehen, weshalb man an einem Sportevent ausfällig werden muss. Klar, Emotionen kochen hoch. Aber muss man sich deswegen so niveaulos benehmen und später wundern, wo die Kinder die Ausdrücke herhaben? Grüezi Eishockey, Adieu Vorbildfunktion?
Apropos Niveau: Die ZSC Lions zeigen in der letzten Partie dieses Jahres kein erstklassiges Eishockey gegen die SCL Tigers. Es mag kein wirklicher Spielfluss aufkommen, die Partie ideenlos. Viele Fehlpässe, Aufbau ohne Abschluss und wenig Energie auf dem Feld. Ich kann mich einmal mehr nicht dem Eindruck erwehren, dass sich die Zürcher dem Niveau des Gegners angleichen – positiv wie negativ. Es lässt sich streckenweise nicht sagen, wer die bessere Mannschaft ist am heutigen Abend.
Das erste Tor fällt in der 13. Spielminute. Mit einem gekonnten Täuschungsmanöver versenkt Harri Pesonen den Pass von Kejo Weibel zum 0:1. Die Zürcher versuchen zwar immer wieder, ein Tor zu erzielen, scheitern aber schlussendlich an Ivars Punnenovs oder vermasseln den Abschluss. Von den insgesamt 14 Schüssen aufs Tor im ersten Drittel findet kein einziger den Weg ins Netz der Langnauer.

Die ZSC Lions überreichen «Right to Play» einen Check in der Höhe von CHF 15'000 Franken. Bild: Michelle Brügger, szenemagazin.ch
In der 28. Minute schafft John Quenneville den Ausgleich, als er seinen Abpraller beim zweiten Versuch in ein 1:1 verwandelt. Nach 35 Minuten steht es 2:1, wobei das zweite Tor der Lions ein von Sven Andrighetto verwandelter Penalty ist. Die Zeit verstreicht ohne nennenswerte Höhepunkte. 5 Minuten nach Beginn des dritten Drittels erzielt Joel Salzgeber den Ausgleich für die SCL Tigers. Hätte man jetzt erwartet, dass die Lions aktiv werden und eine Verlängerung verhindern, hat sich zuviel erhofft. Die Zuschauer bekommen in den nächsten 15 Minuten lediglich ein paar verpasste Chancen und Big Saves der Keeper auf beiden Seiten zu sehen. Die Tigers schaffen beinahe das 2:3, aber das Resultat ändert sich bis zum Ablauf der regulären Spielzeit aber nicht mehr.
In der Overtime treten 3 gegen 3 Spieler an und auf beiden Seiten scheint man konzentriert auf dem Eis zu sein als die ganzen 60 Minuten davor. Trotzdem hallt lediglich immer wieder ein «neiiiiiiin» durch die Halle, weil der Puck entweder in den Fanghandschuhen der Torhüter landet oder danebengeht. Die Eismeister stehen neben mir und in etwa der Hälfte der Überzeit sage ich etwas frustriert: «Ihr müsst glaub die Eismaschine nochmal rausholen». Etwa 30 Sekunden vor Ablauf der Overtime drehe ich mich kurz um – die Eismaschine ist bereit zum Einsatz. Doch dann umkurven Azevedo und Quenneville den Gegner, Justin Azevedo passt zu John Quenneville, der den Puck ins Netz befördert. Damit gewinnen die ZSC Lions das letzte Spiel des Jahres nach Verlängerung mit 3:2.
ZSC Lions vs. SCL Tigers 3:2 n.V. (01: | 2:0 | 0:1 | 1:0)
Schüsse aufs Tor: 44:35 (14:12 / 13:12 / 11:9 / 6:2 )
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 23.12.2021
Fotograf: Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Location: Hallenstadion Zürich
Veranstalter: ZSC Lions
Zuschauerzahl: 8794
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/723-zsc-vs-scl#sigProIdca7ac027d8
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Michelle Brügger
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