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Der ZSC hat den Gruppensieg in der CHL verpasst, aber Achtelfinal erreicht

Der ZSC hat den Gruppensieg in der CHL verpasst, aber Achtelfinal erreicht Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Trotz der knappen Niederlage der ZSC Lions gegen Rögle Ängelholm stehen die Zürcher im Achtelfinal – oder wie es in der Champions Hockey League heisst: Round of 16.

Das letzte Spiel der Runde in der Kunsteisbahn Dübendorf entscheidet über den Gruppensieg. Sicher ist, dass beide Mannschaften ins Achtelfinal einziehen können. Als zweitplatziertes Team sollten die Löwen also hungrig sein, diese Partie für sich zu entscheiden. Der Start ist denn auch recht vielversprechend, nachdem Anton Bengtsson in der 3. Spielminute wegen Halten des Stocks für 2 Minuten vom Eis muss: sie nutzen das erste Powerplay für den Führungstreffer. Lucas Wallmark passt an der blauen Linie nach rechts zu Juho Lammikko, der den Puck in die Mitte zu Simon Bodenmann weitergibt. Dieser schiesst die Scheibe unter Christoffer Rifalks Schoner ins Tor zum 1:0.

Doch auch die Gäste lassen bei ihrer Überzahlsituation nichts anbrennen. In der 8. Spielminute muss Chris Baltisberger wegen Behinderung auf die Bank, 47 Sekunden später gesellt sich Jérôme Bachofner wegen hohen Stockes dazu. In der 3-gegen-5-Situation bauen die Gäste ihr Spiel vor Šimon Hrubecs Tor auf. Daniel Zaar passt von der Mitte aus seitlich zu Kim Rosdahl, dessen Schuss aufs Tor von Šimon Hrubecs mit dem Arm abgewehrt werden kann. Dennis Everberg erwischt aber den Puck im Gedränge und befördert ihn über die Torlinie. Hier macht sich das erste Mal die Abwesenheit von schwedischen Fans bemerkbar, weil kein Torjubel zu hören ist. Es scheint, als wären die 1'580 Zuschauer allesamt ZSC-Fans. Die Gastgeber bekommen in der 14. und 20. Spielminute nochmals Powerplay-Chancen, als Strafen gegen Marco Casper für übertriebene Härte und später gegen Adam Tambellini wegen Crosschecks ausgesprochen werden. Es bleibt aber beim 1:1 nach Ende des ersten Drittels.

In der Kunsteisbahn Dübendorf ist es bedeutend kälter als im Hallenstadion. Nicht eisig kalt, aber definitiv kälter als draussen. Ich gehe raus, um mich etwas aufzuwärmen und hoffte, der Mobilfunkempfang sei besser als in der Halle. Weit gefehlt… meine Instagram-Story, die ich noch während des Aufwärmens der beiden Mannschaften erstellt hatte, war auch nach 40 Minuten noch nicht hochgeladen. Insgeheim hoffe ich, dass mir das in der neuen Halle nicht auch passieren will, wenn man aufs Wlan angewiesen ist. Weder Salt noch Sunrise haben es bislang geschafft, ihren Hintern hochzubekommen und für Empfang in der neuen Swiss Life Arena zu sorgen. Das wird sich ab nächster Woche hoffentlich ändern, wenn die Fans hoffentlich einen Shitstorm gegen die beiden Mitkonkurrenten von Swisscom starten.

 

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

Auch im zweiten Drittel müssen die Zuschauer nicht lange auf einen Treffer warten. Nur leider fällt das Tor nicht zu Gunsten der Gastgeber. Es ist eine energielose Szene, als Adam Tambellini in die Mitte zu William Wallinder passt. Dieser hat zwischen sich und dem Tor alle ZSC-Spieler und zwei Spieler seiner eigenen Mannschaft. Trotz der hohen Spielerdichte zieht er etwas nach der blauen Linie in Richtung Šimon Hrubec ab und bringt Rögle Ängelhölm mit 1:2 in Führung. Knapp in der Mitte der Partie Adam Engström wegen Beinstellens vom Eis, doch das Powerplay verstreicht torlos. Nachdem beide Mannschaften wieder komplett sind, können die Zürcher den Puck ergattern und Juho Lammikko schiesst aufs Tor. Sven Andrighetto übernimmt den Abpraller und erzielt den Ausgleich zum 2:2. Gerade als ich mir denke: «Hah lustig, 1. Drittel, 1:1, zweites Drittel 2:2», erhöht Anton Bengtsson auf Pass von William Wallinder auf 2:3 für die Gäste. Die Torszene schauen sich die Schiedsrichter in einem kurzem Videostudium an und geben danach den Treffer.

Im Schlussdrittel versucht es Marco Kasper in der 6. Minute mit einem Buebetrickli, das Šimon Hrubec zunächst abwehren kann, doch der Nachschuss sitzt und es steht 2:4 für die Schweden. Während des ganzen Spiels gibt es immer mal wieder kurze Rangeleien, die keine Strafe nach sich ziehen. Die Anspannung auf Zürcher Seite steigt, aber der Puck will partout nicht in Christoffer Rifalks Kasten. In der 57. Spielminute zirkuliert die Scheibe zwischen Patrick Geering, Justin Sigrist, Dean Kukan und Chris Baltisberger, der ihn schlussendlich zum 3:4 ins Netz befördert. Als Michael Kapla 3 Minuten vor Drittelsende wegen Spielverzögerung vom Eis muss, verlässt auch der Zürcher Keeper das Spielfeld. In einer spannenden Szene wird ein Empty Netter verhindert, den zwei Spieler direkt in die Bande knallen lässt. Dies wird jedoch nicht geahndet. Noch zwei Minuten Zeit, um den Ausgleich zu schaffen – Šimon Hrubec verlässt den Kasten erneut. Eine halbe Minute ist noch zu spielen, als die Lions ein Timeout nehmen. Acht Sekunden vor Spielende wiederholt sich der Save des leeren Tores. Dieses Mal wird Dean Kukan wegen Stockschlags zu 5 Minuten plus Spieldauer bestraft, Juho Lammikko und Erlend Lesund kassieren je 2 Minuten wegen übertriebener Härte. Doch die Schweden haben dieses Mal die Verlängerung erfolgreich abgewehrt und feiern ihren 6. Sieg in Folge und sichern sich Platz eins der Gruppe F.

Beide Mannschaften haben sich für das Achtelfinal qualifiziert. Nach dem Spiel gegen die Schweden ist vor dem Spiel gegen die Schweden. Sie treffen zwar nicht direkt wieder auf Rögle Ängelholm, aber das nächste Heimspiel der ZSC Lions wird am 22. oder 23. November 2022 gegen die schwedische Mannschaft Skellefteå AIK stattfinden.

 

   

 

ZSC Lions vs. Rögle Ängelholm 3:4 (1:1 | 1:2 | 1:1)

Schüsse aufs Tor: 31:18
 

Details zum Spiel: Champions Hockey League

Aufstellung: Lineup

 

Eventdatum: 11.10.2022

Fotografen:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  Kunsteisbahn, Dübendorf

Veranstalter: ZSC Lions

Zuschauerzahl: 1'580

 

Publiziert in Sport