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Hecht und Peter Fox krönen das Samstagprogramm

Hecht und Peter Fox krönen das Samstagprogramm Dario Stähelin, szenemagazin.ch

Nicht die Weltstars, sondern die Schweizer Band Hecht und der Deutsche Peter Fox sorgen am Gampel für den grössten Fanansturm am diesjährigen Openair Gampel. Die Festivalbesucher trotz auch am dritten Tag der unsäglichen Hitze (und anscheinend einem fiesen Virus).

Der Samstag startet wieder warm und sonnig und viele Openair-Gäste nutzen die Zeit zum Ausschlafen und Baden, bevor es richtig losgeht mit Konzerten. Auch wir starten etwas gemütlich in den Tag und kühlen uns im Lac de Gérande ab. Pünktlich für die britische Band Years & Years stehen wir wieder auf dem Openair-Gelände. Die Show startet mit einer Tanzeinlage mit einer Telefonzelle zum Lied Night Call. Im Verlauf der Show werden verschiedene Bühnenbilder mit den drei Tänzerinnen verwendet, um die Texte der Lieder zu untermalen und Teile der Musikvideos nachzuspielen. In den einstudierten Tänzen werden verschiedene Geschichten vorgespielt, die Bühnenshow ist insgesamt ziemlich sexuell geladen. Schon als die Tänzerinnen das erste Mal in knappen Kleidern auf der Bühne stehen, gehen etwas verlegenen Blicke im Fotograben rum. Niemand traut sich, aus dieser Perspektive unterhalb der Bühne so richtig zu fotografieren. Vor allem eine Cover-Version von It’s A Sin des englischen Pop-Duos Pet Shop Boys reisst die Menge mit, hier kann der Sänger Olly Alexander sein aussergewöhnliches Gesangstalent präsentieren. Zum Abschluss performt die Band noch ihr bekanntestes Lied King, bei dem dann deutlich mehr Zuschauer mitsingen können.

Nessa Barrett lassen wir um 20 Uhr leider aus, da wir kurz Freunde und Familie treffen und uns wieder um die Nahrungsaufnahme kümmern. Heute entscheiden wir uns für leckere Pinsa. Der 20 Uhr-Slot scheint – bei uns jedenfalls – ein undankbarer Slot zu sein. Um 21 Uhr spielen Hecht auf der Red Stage. Viele Songs sind der breiten Zuschauermasse bereits bekannt aus dem Radio, so auch uns. Doch hätten wir uns niemals ausmalen können, wie gross der Andrang für die «kleine» Band Hecht im Vergleich zum Weltstar Macklemore ist. Bis nach weit hinten zu den Essensständen steht die gefühlte Mehrheit der 100’000 Festivalbesucher, um die in Luzern gegründete aber heute in Zürich beheimatete Band zu sehen. In ihren insgesamt 75 Minuten beweisen sie, warum sie 2012 zum Best Talent National ausgezeichnet wurden und den Zuschauerauflauf daher mehr als rechtfertigen.

Die Band um Sänger Stefan Buck liefert über die gesamte Zeit überwältigend ab. Nicht nur musikalisch, sondern auch in ihrer Interaktion mit dem Publikum überbieten sie alle am diesjährigen Openair Gampel! Stefan schmeisst sich prompt in den selbstorganisierten «freundlichen» Mosh Pit und schafft es unversehrt wieder auf die Bühne. Für Prosecco zieht die ganze Band Astronauten-Kostüme an und zeigt zunächst eine einstudierte Tanzeinlage, bei der sie wie bei einem Raketenstart massenhaft Pyros in die Luft ballern. Doch wer denkt, dass wars schon, hat sich geirrt. Die Band verabschiedet sich ein erstes Mal. Voller Erwartung auf die Zugabe schaut die Menge auf die Bühne, da kommt aber niemand. Plötzlich gehen Freudenschreie durch das Publikum und alle drehen sich um 180 Grad: Da steht Hecht mitten in der Masse auf einem kleinen runden Podest. Die Show geht also doch weiter! Viele fragen sich an diesem Punkt wohl, wie die Band wieder durch die Zuschauermenge auf die Bühne kommen will. Stefan Buck wählt den direktesten, aber wohl langsamsten und definitiv gefährlicheren Weg: Auf einem Stand Up Paddle Board über den Köpfen der Fans! Hut ab, dass er sowohl das Gleichgewicht halten konnte und gleichzeitig vom SUP aus mit Kawasaki alle mitreisst. Zum Schluss werden noch aufgeblasene Riesenballons über die Menge geworfen, die von den Zuschauern mit viel Freude in alle Richtungen rumgespielt werden. Der absolut mitreissende Auftritt von Hecht wird mit Charlotta gekrönt. Hecht verabschiedet sich an diesem Punkt mit dem Versprechen, nach einem Gin & Tonic selbst wieder in der Masse dabei zu sein, um den Auftritt von Peter Fox mitzubestaunen.

 

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Dario hört diesen aber nur noch, denn er musste sich auf den Weg zu Alle Farben machen. Was für eine Fehlentscheidung! Es stellt sich heraus, dass die meisten DJs live nichts für ihn sind. Auch das Fotografieren macht weniger Spass, wenn die Künstler sich hinter ihrem Mischpult verstecken. Doch wenigstens ein cooles Foto ist ihm gelungen. Dass es sich dabei aber nur um eine persönliche (und vielleicht etwas kleinkarierte) Meinung handelt, zeigen die verzauberten Gesichter bis in die letzten Reihen. Der Bereich vor der White Stage ist sehr gut gefüllt und die Masse tanzt, feiert, und geniesst die Bässe, die aus den Lautsprechern dröhnen. Unverhofft kommen wir also nochmal zu einer Verschnaufpause vor Peter Fox. Die Füsse danken es uns.

Weit vor 23:30 Uhr füllt sich der Bereich vor der Red Stage, denn die meisten anwesenden Fans wollen den Deutschen live erleben. Ob die Show von Hecht noch zu überbieten ist? Die kurze Antwort: aus unserer Sicht nicht. Hecht bleibt das Highlight des Openairs! Das ist keine Kritik an Peter Fox, sondern ein grosses Lob für Hecht. Denn Peter Fox präsentiert ebenfalls eine grossartige Show. Hecht hat wohl einfach den Heimvorteil. Ähnlich wie bei Ska P finden sich auch bei Peter Fox Alt und Jung zusammen. Die grossen Hits des Berliners sind doch schon einige Jahre her, wer kennt nicht Alles neu, Haus am See, Schüttel deinen Speck und Stadtaffe? Doch auch seine neueren Hits wie Toscana Fanboys und Zukunft Pink begeistern das Publikum.

Peter Fox steht im grünen Lederanzug auf der Bühne zusammen mit Benji Asara, der mit seinen Rap-Einlagen neue Frische in altbekannte Lieder hereinbringt und Peter Fox bei seinen bekannten Texten unterstützt. Weiter ist eine grosse Band dabei, unter anderem zwei Tänzerinnen, die mit vielen Tanzeinlagen und Background-Gesang begeistern, wie auch ein sehr motivierter Schlagzeug-Spieler. Hinter der Band tanzen ausgewählte Fans auf einer Empore mit Unterstützung einer Berliner Tanzgruppe. Diese begeistert immer wieder in Liedpausen mit unglaublich coolen Einlagen und spielt mit Flammenwerfern herum.

In einer Pause zwischen den Songs bittet Peter Fox noch zusätzlich Fans aus der ersten Reihe auf die Bühne. Sie dürfen das wilde Geschehen von beiden Seiten der Bühne mitverfolgen und zur Musik mitwippen. Was leider ebenfalls auffällt: Peter Fox fummelt ständig an seinen Kopfhörern rum und deutet mehrfach an, dass er sich selbst zu wenig gut hört. Ganz zum Schluss wird das merklich, als er leicht aus dem Takt kommt. Wir haben in diesem Moment nur grosses Mitleid mit der zuständigen Technik-Person, die sich nach dem Konzert wohl einiges anhören lassen muss.

 

 

Eventdatum: 19.08.2023

Bericht: Sarah Morgenroth / szenemagazin.ch

Fotograf: Dario Stähelin / szenemagazin.ch

Location: Openair Gampel

Veranstalter: Openair Gampel

Zuschauerzahl: 100'000 

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Dario Stähelin
Publiziert in Konzert

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