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James Blunt begeistert im Hallenstadion Zürich

James Blunt begeistert im Hallenstadion Zürich Dario Stähelin / szenemagazin.ch

Ein Abend voller Emotionen, mitreissender Musik und einem Hauch Nostalgie: James Blunt verzaubert die 11'000 Zuschauer im Zürcher Hallenstadion mit einer mitreissenden Show. Zwar nicht ganz ausverkauft, aber die Stimmung? Absolut elektrisierend!

Ein nostalgischer Auftakt mit Chesney Hawkes

Den Auftakt macht Chesney Hawkes – ein Name, der vielleicht nicht jedem sofort ein Begriff ist. Chesney Hawkes’ Karriere startet als Schauspieler. Es spielte die Hauptrolle im Film Buddy’s Song an der Seite von Roger Daltrey (Frontmann von The Who). Im gleichen Jahr veröffentlicht Chesney auch seinen bekanntesten Song The One and Only bei dem dann auch das ganze Publikum mitsingen kann. Doch auf diesen Hit müssen wir bis zum Schluss warten. Davor bietet Chesney mit Band aber eine solide Show, die das Publikum für James Blunt aufwärmt. Er erzählt uns auch, dass sein Auftritt eine Familienangelegenheit ist, denn an den Drums sitzt sein Bruder. Und der junge Herr an der Gitarre neben Chesney stellt sich als sein 19-jähriger Sohn heraus, der, wie sein Vater im gleichen Alter, das erste Mal auf einer grossen Stadion-Tour ist.

 

James Blunt betritt die Bühne – und Zürich feiert

Um Punkt 21 Uhr ist es so weit: James Blunt betritt die Bühne – und das Publikum empfängt ihn mit tosendem Applaus. Gleich zu Beginn entführt er uns in die Anfänge seiner Karriere. Die ersten Akkorde von High lassen die Menge jubeln, doch als er mit You're Beautiful nachlegt, gibt es kein Halten mehr. Tausende Stimmen singen mit. Nach den beiden Hammer-Hits, Wiseman und Goodbye My Lover fragt James in die Runde, wer heute aus welchen Gründen im Hallenstadion ist. Zuerst lässt er all diejenigen jubeln, die wegen seinem Debut-Album «Back to Bedlam» hier sind. Das Publikum tobt. Auf jeden Fall die grosse Mehrheit, denn als nächstes sind die Jungen unter uns gefragt, die von ihren Eltern gezwungen wurden, James Blunt zu hören. Hier melden sich doch einige. Aber bei der letzten Gruppe wird es nochmal etwas lauter: Welche Männer wurden von ihren Frauen gezwungen, heute Abend hier zu sein?

Diesen armen Männern verspricht James, dass es nur ein sehr kurzes Konzert wird, weil das Album aus nur 10 Songs besteht und wir ja schon 4 Songs überstanden haben. Es folgen die nächsten 3 Songs vom Album: Tears and Rain, Out of My Mind und So Long, Jimmy. James setzt dabei wenig auf eine eindrückliche und aufwändig produzierte Show, sondern reisst uns mit seinem hervorragenden Live-Gesang in seinen Bann. Und das reicht auch vollkommen aus! Seine Stimme ist extrem beeindruckend und hat fast Studio-Qualität. Nur hüpft und rennt James währenddessen teilweise quer über die Bühne.

Bevor der nächste Song Billy folgt, verrät er, dass seine Frau ihn beauftragt habe, dass er uns die Songs erkläre. Was er natürlich nachholt. Wobei High ja keine Erklärung brauche, findet James. Und auch You’re Beautiful erklärt er sehr ironisch. Er sei high und ein Creep, der in der Bahn der Frau eines anderen nachgeiert. James findet es auch schön, dass dieser Song bei vielen an der Hochzeit gespielt wird. Nun aber zurück zum Song Billy, den James in voller Breite erklärt. Aber der Text sagt ja eigentlich alles. Cry und No Bravery schliessen vermeintlich das Konzert zur Tour «20th Anniversary of back to bedlam» ab. Mit dem letzten Song beweist Blunt einmal mehr seine Fähigkeit, tiefgründige Themen musikalisch zu verarbeiten.

 

Alle Hits und Crowdsurfing

Die wenigsten sind dann auch enttäuscht, dass das Konzert nicht nach 10 Songs schon vorbei ist. Es folgt ein mitreissender Spaziergang durch James Blunts grösste Hits. Die nächsten 8 Songs begeistern von hinten bis vorne, von links nach rechts alle Anwesenden! Auch den super-coolen Typen neben uns, der wegen seiner Freundin hier sein muss. Die Hit-Sammlung eröffnet James mit I’ll Take Everything. Es folgt Carry You Home und es passiert etwas Geniales. Während die meisten Künstlerinnen und Künstler ihr Publikum zum Mitsingen animieren müssen, übernimmt das Publikum ohne Aufforderung den Refrain und James Blunt mit Band geniessen den Moment sichtlich. Postcards elektrisiert das Publikum noch weiter. Es sitzen nur noch wenige Spassbremsen auf ihren Sitzen. Der Rest steht und feiert ausgelassen. James bringt seine Ukulele auf die Bühne und rockt den Song. Bei Coz I Luv You taucht James in die Menge ein – wortwörtlich! Während er über die Hände der Fans getragen wird, geht die Stimmung durch die Decke. Auch James kann sich fast nicht mehr zurückhalten und springt auf dem Klavier rum, das fast zusammenbrechen will. Ein weiteres Highlight: Sein Cover von Robin Schulz’ OK sorgt für Überraschung und eine ausgelassene Tanzstimmung. Die Menge springt, tanzt und feiert den Song mit.

Mit Monsters wird es wieder emotional und es folgen Gänsehaut-Momente. Die Lichter auf der Bühne werden ausgeschalten und James fordert alle auf, das fehlende Licht mit unseren Handy-Lichtern zu ersetzen. Plötzlich wird es wieder taghell im Hallenstadion. Doch Blunt lässt das Konzert nicht melancholisch enden: Same Mistake bringt noch einmal tiefgehende Lyrics, bevor es in die Zugabe geht. James verabschiedet sich ein erstes Mal, lässt aber nicht lange auf sich warten. Als er mit Bonfire Heart auf die Bühne zurückkehrt, ist klar: Dieser Abend wird noch lange in Erinnerung bleiben. 1973 als krönender Abschluss – und das Hallenstadion singt, klatscht und feiert gemeinsam mit dem britischen Ausnahmekünstler. Zum grossen Abschluss lässt James Blunt eine Welle durch das Stadion gehen und verabschiedet sich so von seinen Fans.

James Blunt beweist einmal mehr, dass er einer der grossen Geschichtenerzähler der Musik ist. Sein Mix aus gefühlvollen Balladen, mitreissenden Pop-Rock-Songs und seiner charmanten, humorvollen Art macht den Abend unvergesslich. Auch mit seiner Interaktion mit dem Publikum hat er sich einen Platz in unseren Herzen verdient. Mit seiner Winterbleibe in Verbier und einigen deutschen Sätzen zeigt er seine starke Beziehung zur Schweiz und ist immer wieder sichtlich gerührt. Nach diesem tollen Erlebnis folgt für einige schon wieder Stress und Ärger. Im Messeparkhaus herrscht nach dem Konzert pures Chaos. Während wir gelassen darauf warten, dass wir rauskommen und den Abend reflektieren, üben sich einige Hitzköpfe im Hupkonzert.

 

  

Eventdatum: 23.02.2025
Fotograf: Dario Stähelin / szenemagazin.ch
Journalistin: Sarah Morgenroth
Location: Hallenstadion, Zürich
Veranstalter: gadget abc entertainment group ag
Zuschauerzahl: 11'000

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Dario Stähelin
Publiziert in Konzert

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