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Letzter Abend am Stars in Town

Letzter Abend am Stars in Town Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Das Stars in Town 2025 verabschiedet sich zum Schluss mit ausverkauftem Abend. Am Herrenacker herrschte trotz 33 Grad ausgelassene Stimmung. Der ein oder andere wird als Souvenir einen kräftigen Sonnenbrand mit nach Hause nehmen. Aber das ist schlussendlich nicht, was in Erinnerung bleiben wird.

Picture This

Wie schon im Bericht vom Donnerstag erwähnt, habe ich Picture This schon mal als Vorband von Rea Garvey spielen sehen. Ein paar Fakten, die ich letztes Mal nicht erwähnt hatte: Sie spielten ihr Debüt-Konzert in der ausverkauften The Academy in Dublin. Und das, bevor sie ihre EP veröffentlicht hatten. Diese erschien im August 2016 und erreichte in den irischen Albumcharts Platz 1. The Academy war erst der Anfang von «das hat vorher noch keiner geschafft»-Momenten. Sie waren auch die ersten Iren, die in der 3Arena in Dublin auf fünf aufeinanderfolgenden Abenden ausverkaufte Shows hatten. 

Dass Iren keine Sonne gewohnt sind, hören wir nicht zum ersten Mal. Deshalb tun mir die Jungs fast ein wenig leid, weil sie so lange in der brütenden Hitze spielen müssen. Es gibt kein Entrinnen vor der Sonne und Mitte des Konzerts zeichnet sich beim Leadsänger schon ein Sonnenbrand ab. Sie bieten eine gute Show und unterhalten das Publikum bestens.

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

Pegasus

Es wird für mich das letzte Mal sein, dass ich Pegasus in dieser Formation fotografiere. Am 20. Dezember 2025 werden sie nach 22 Jahren ihr Abschlusskonzert zu viert geben. Danach machen Leadsänger Noah Veraguth und Drummer Stefan Brenner zu zweit weiter Musik und behalten den Namen bei. Ich für meinen Teil habe Pegasus das letzte Mal 2017 live gesehen - und das ebenfalls am Stars in Town.

Eines muss man ihnen lassen - sie verabschieden sich mit Stil. Bei diesen Temperaturen im Anzug zu spielen, verdient Anerkennung. Als Sondereinlage wechseln sie für ein paar Songs von der Mainstage zur VIP-Tribüne. Sie geniessen den Auftritt sichtlich und reissen die Zuschauer mit ihrer Energie mit. Es wird getanzt, gehüpft und mitgesungen, was das Zeug hält. Das fühlt sich definitiv nicht an wie eine Abschiedstournee und ich bin gespannt, was uns das Zweiergespann in Zukunft präsentieren wird.

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

James Blunt

Im Februar war James Blunt das letzte Mal in der Schweiz, als er auf seiner Jubiläumstour im Hallenstadion spielte. Wobei… so ganz stimmt das natürlich nicht, denn gestern trat er am Lakeview Biel auf. Es gibt vermutlich nichts, das man über James Blunt nicht schon gelesen hat. Nachdem er seinen aktiven Militärdienst beendete, schaffte er 2004 den Durchbruch mit seinem Debütalbum «Back to Bedlam» und veröffentlichte im Laufe seiner bisherigen Karriere insgesamt 7 Alben. Er unterstützt militärnahe und wohltätige Organisationen wie Médecins Sans Frontières, manchmal werden über Ticketeinnahmen Bäume gepflanzt.

An You’re Beautiful ist vermutlich niemand vorbeigekommen, der Zugang zu Musik hat. Damit hat er 2006 als erster Brite seit Elton John’s Candle in the Wind die Spitze der US-Charts erreicht. Allerdings wurde er 2008 von Leona Lewis mit Bleeding Love - ihrer Debütsingle - und 2015 von Adele mit Hello abgelöst, deren Single zeitgleich auch in der UK auf Platz 1 war.

Während seines Auftritts lässt er auch ein paar Sprüche mit einem Hauch schwarzem Humor raus. Blunt fragt das Publikum, wer sein erstes Album kenne und wer seine Sprösslinge gezwungen habe, selbiges zu hören. Dann setzt er nach, dass die Jugend seine Zukunft sei - alle anderen würden ja bald sterben. Bäm. Nicht jeder mag oder versteht die Art von Humor, deshalb war das Lachen dieses Mal eher verhalten.

Ich bin mir nicht sicher, ob James Blunt eventuell stimmlich angeschlagen ist. Aber bei manchen Songs überlässt er die hohen Töne der Band und zwischendurch hört sich sein Gesang ungewohnt kratzig an. Er richtet das Wort immer mal wieder ans Publikum. Zwischendurch meint er, dass er auf Europatournee sei und jeden Abend quasi nur Übung und Probe gewesen sei, um vor dem wichtigsten Publikum abliefern zu können: hier in Schaffhausen. Noch während ich denke «und das sollen wir dir jetzt glauben, hm?» fügt er an, dass er das natürlich an jedem Konzert sage. Er wolle sich bei allen bedanken, die seine Musik kaufen. Davon, So Blunt, habe er sich ein Haus auf Ibiza und in Verbier kaufen können. Irgendwie kann ihm keiner vorwerfen, dass er nicht ehrlich ist. Und die Art, wie er es sagt, lässt ihn nicht überheblich wirken, sondern sympathisch und witzig.

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

Meinereiner hat sich vor den Zugaben vom Herrenacker gemacht, um zügig aus dem Parkhaus zu kommen. Es ist mal wieder viel zu schnell vorbei mit dem Stars in Town, wo man jedes Jahr in familiäre Gesichter blickt und sich bestens unterhält. Jetzt kann man nur wieder von den Erinnerungen zehren, bis es 2026 wieder heisst: «Schoffhuuuse, sind er ready?»

 

 

 

Eventdatum: 09.08.2025

Fotografin:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  Stars in Town, Schaffhausen

Veranstalter: Stars in Town

Zuschauerzahl: 6500 (ausverkauft)

 

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Michelle Brügger
Publiziert in Konzert

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