Es ist längst dunkel geworden im Flughafenpark, der seit dem 25. November bis zum 12. Dezember 2021 in einen Zauberpark verwandelt wird. Hier werden alle Sinne verwöhnt: mit Lichtkunst entlang des Panoramawegs, warmen Speisen und Getränken im Genussdorf und jeden Abend Livemusik auf die Ohren von einem Schweizer Act. Auftakt machen die Bündner Brüder «77 Bombay Street».
Warm eingepackt stehen die rund 1'000 grossen und kleinen Fans um 20:15 Uhr vor der Bühne. Der Vorhang wird von Hand aufgezogen und Primo Brera, Mitglied des OKs und Mitinitiant des Zauberparks Lenzerheide, richtet ein paar Worte ans Publikum. Dann ändern die Scheinwerferfarben, die Nebelmaschine wird eingeschaltet und 77 Bombay Street kommen auf die Bühne. Unter ihren Westen tragen sie heute dicke Pullover und ziehen sich nach und nach Jacken über. Schliesslich ist es Ende November und just heute hat sich das Wetter dazu entschieden, die Temperaturen herunterzudrehen.
Wenn der Atem zusätzliche Effekte erzielt und fast intensiver als die Nebelmaschine zur Geltung kommt, ist eines klar: es ist kalt. Sehr kalt. Das bekommt auch Matt Buchli zu spüren, als er kurz unterbricht, um sein Instrument erneut zu stimmen. Ausserdem sei es eine Herausforderung, mit kalten Fingern Gitarre zu spielen, meint er.
«As isch schwierig, mit so khalta Klüpperli Gitarra ds spila.» Matt Buchli
Doch das hält weder die Band noch die Zuschauer davon ab, den Abend zu geniessen. Schliesslich haben sie genügend Hits im Repertoire, bei denen man sich warmhüpfen kann. Richtig? Richtig. Und die packen sie auch aus. Wer jetzt denkt, das Publikum tanzt, um sich warmzuhalten, liegt falsch. Die meisten stehen dick vermummt da und geniessen die Musik mit Fusswippen. Die einen mit Glühwein in der Hand oder dampfendem Essen auf den Stehtischen und Festbänken. In der vordersten Reihe stehen die kleinsten Fans und haben ihren Spass.

Ungefähr in der Mitte ihrer Performance verstummen E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug. Es ist Zeit für die leisen Töne und eine Akkustik-Einlage mit Gitarre. Neben mir sagt ein kleiner Junge: «Normalerweise ist es an Konzerten aber lauter. Das ist so leise, dass ich besser zu hören bin als die Musik». Scheinbar hat er genau in dem Moment realisiert, dass das wohl nicht so ideal ist und hört den drei Songs ab da still zu. Ich teile aber seine Meinung, der Akkustik-Part hätte tatsächlich etwas lauter sein dürfen.
Das Konzertgelände wird von Verpflegungsständen umrahmt, die alle als Chalets gestaltet sind. Ausnahme ist der überdeckte Bau mit zwei Stockwerken für geladene Gäste. Auf der oberen Ebene hat man freie Sicht über die Menge hinweg. Irgendwann hat leichter Nieselregen eingesetzt. Na prima. Kalt ist es schon und jetzt werden meine original Pizokel mangels überdeckter Bereiche auch noch nass. Andere Besucher haben sich besser vorbereitet als ich und haben Schirme und Regenmäntel dabei. Touché, ich bin kein typischer Festivalgänger, aber davon lasse ich mir den Spass trotzdem nicht verderben.
Nach gut anderhalb Stunden verabschieden sich die Bündner von ihrem Publikum und die meisten nehmen den kurzen Spaziergang in Angriff, um vom Berg zurück zum Flughafengelände zu gelangen.
Eventdatum: 25.11.2021
Fotograf: Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Location: The Circle, Flughafen Zürich
Veranstalter: Flughafen
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