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Wunderbare Stimmung im Zauberpark mit Tim Bendzko

Wunderbare Stimmung im Zauberpark mit Tim Bendzko Michelle Brügger / szenemagazin.ch

So sieht Spass trotz kalten Temperaturen aus: Tim Bendzko unterhält das zahlreich erschienene Publikum im Zauberpark mit guter Musik und viel Humor. Er und seine Band strahlen auf der Bühne fast mehr als die Heizstrahler, die sie warmhalten sollen.

Die Zeit steht für niemanden still. Manche halten ihren Kurs, andere erkunden die Welt und probieren sich aus. Tim Bendzko zählt definitiv zu den Letzteren. Sportgymnasium, Theologiestudium, Auktionator im Einzelhandel. Durch die Teilnahme an einem Wettbewerb der Söhne Mannheims findet er den Einstieg in die Musikindustrie.

Der Titel Nur noch kurz die Welt retten war 2011 in den Charts ganz vorne, genauso wie das Debütalbum «Wenn Worte meine Sprache wären». Sein bisher erfolgreichstes Album war «Am seidenen Faden» von 2013, das zweifach mit Platin ausgezeichnet wurde und in Deutschland auf Platz eins war. In dem Jahr sass er für eine Staffel in der Jury von The Voice Kids, konzentrierte sich danach aber auf seine Karriere und ging auf Tour. Er heimste viele Auszeichnungen ein und veröffentlichte dieses Jahr sein fünftes Studioalbum.

Heute scheint der Zauberpark voller. Kurz bevor das Konzert von Tim Bendzko startet, trägt jemand ein Tablett mit dampfendem Glühwein hinter die Bühne. Es ist der Jahreszeit entsprechend kalt, aber nicht ganz so kalt wie die Tage zuvor. Dennoch kommt der Drummer nicht rechtzeitig dazu, seinen Becher auszutrinken, bevor der Glühwein kalt wird. Bendzko richtet das Wort immer wieder ans Publikum und bringt dieses nicht nur zum Tanzen, sondern auch zum Lachen. Ein Beispiel? «Es ist schön, in einem Land zu sein, das mit Schnee umgehen kann. Innerhalb Deutschlands steht deswegen alles still. Aber nach Zürich reisen ist kein Problem».

Die Zuschauer sind textsicher, haben Spass und es wird getanzt – mit und ohne Aufforderung. Dass wir darin gut sind, bestätigt er uns auch bei einem Song, bei dem wir einen Part übernehmen sollen. Auf sein «unauffälliges» Zeichen hin (sorry, ihr hättet da sein müssen und würdet jetzt grinsen) setzten wir jeweils ein. Nein, Text gab es dabei nicht, nur Melodie. In diversen Songs wird Zürich eingebaut, auch wenn es manchmal nicht ganz einfach ist. «Muss nur noch kurz die Welt retten, dann komm ich nach Zürich» beispielweise ist nicht ganz so einfach zu singen wie «zu dir».

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

Selbstverständlich hatte er seine bekanntesten Lieder in seiner Setlist. Doch er hat ihnen einen neuen Anstrich gegeben. Sozusagen eine neu interpretierte Version seiner selbst. Manch recht poppig daherkommende Stücke singt er sanfter und einen Hauch langsamer. Oh, und habe ich schon seine nicht ganz so im Hintergrund mitsingende Background-Sängerin Lena Belgart erwähnt? Sie baute als Dozentin und Vocal Coach den Pop-Bereich am Musikcollege OWL mit auf. Als Sängerin sang sie mit bekannten Künstlern wie Cro, Stefanie Heinzmann, Die Orsons und Tim Bendzko sowohl im Studio als auch auf Tour. 2021 schaffte sie es bei The Voice of Germany 2021 bis in die Liveshows. Jetzt ist sie wieder mit Tim Bendzko auf Tour und wir kommen in den Genuss von wunderbaren Duetten wie zum Beispiel Wenn Worte meine Sprachen wären.

Wenn ich jetzt den Abend mit gestern vergleiche, war die Stimmung um Längen besser. Egal wo ich hingeschaut habe, wurde getanzt und gelacht – sowohl auf als auch neben der Bühne. Tim Bendzko ist jemand, den man auf Anhieb sympathisch findet. Als er für einen Song zur Gitarre greift und sich fragt, ob das mit seinen eingefrorenen Fingern überhaupt funktionieren würde, verzeiht man im schon vorab für allfällig schiefe Töne. Seine lockere Art macht das möglich. Das Publikum darf sich einen Weihnachtssong wünschen und anscheinend haben ihm viele «Last Christmas» von Wham zugerufen. Erst tönt es schrecklich kieksig, doch er winkt ab und meint, er sei sich am Einsingen. Danach legen er, Lena und die Band eine wunderbare Performance des Songs hin. Wohlgemerkt ungeprobt, betont er grinsend.

Bei der dritten Zugabe schlendere ich langsam den Weg zum Ausgang hinunter und lese die Wünsche der Stiftung «Denk an mich» durch, die als Wegbeleuchtung dienen. Da sind einige dabei, die für Menschen ohne Behinderung das normalste der Welt sind. Wie zum Beispiel joggen gehen. Als blinder Mensch braucht man dafür aber eine Begleitung. Die Stiftung erfüllt nicht nur Herzenswünsche von Einzelpersonen, sie engagiert sich auch für barrierefreie Projekte, die von Freizeitgestaltung über Urlaubsmöglichkeiten bis zum selbstbestimmten Leben reichen. Sich durch nichts einschränken lassen ist die beste Einstellung, die man haben kann. 

 

Lichtkunst

Dreamcatcher – Calidos

Hah… als ich auf dem Rundgang zu dieser Lichtinstallation kam, wurde ich direkt an den Nähunterricht erinnert. Wem sagt «Sternlifaden» was? Der ist genau in so einem Muster aufgewickelt. Aber nein, das ist ein Traumfänger – einfach ohne Federn oder Garnstränge, die sonst dranhängen. Sein Job ist es, schlechte Träume abzufangen, damit wir gut schlafen und vor allem wunderbar träumen können.

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

Sail Away – NOA

Diese Lichtinstallation ist in Zusammenarbeit mit Bündner Schülern aus Vaz/Obervaz entstanden. Ein Symbol dafür, dass man sein Leben in der Hand hat und man für eine Wende die Segel in eine andere Richtung setzen kann.

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

 

Eventdatum: 07.12.2023

Fotografin:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  Zauberpark, Kloten

Veranstalter: NOA

Zuschauerzahl: unbekannt

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Michelle Brügger
Publiziert in Konzert

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