Nach den ersten drei Spielen stehen die Gäste aus Winterthur zusammen mit den Grizzlies und Broncos ungeschlagen ganz oben an der Spitze der Tabelle. Die Gladiators dagegen mit nur einem Sieg am unteren Ende. Trotzdem ist es Football, die Niederlagen des vermeintlichen Underdogs waren eben gegen die Grizzlies und Broncos an der Spitze. Und zu Hause ist jede Mannschaft gefährlicher. Beim «home opener» war lokale Sportprominenz im Stadion, diesmal darf die Basler Grossratspräsidentin Gianna Hablützel-Bürgi bei schönstem Sonnenschein den Münzwurf durchführen. Obwohl die Gäste den gewinnen, ist der Hauptschiedsrichter zunächst vom Gegenteil überzeugt. Das Chaos ist schnell geklärt und der eigentliche Spielbetrieb kann starten.
Die Gladiators beider Basel müssen starten und machen dies gleich mit vielen Passspielzügen. Die Warriors haben sich darauf eingestellt und decken sehr eng. Auch zu eng: Anstatt ein «three and out» wird Bianchi vom Fangen abgehalten und stattdessen heisst es «pass interference» gegen die Winterthurer. Nach ein paar erfolgreichen Pässen geschieht das gleiche noch einmal. Diesmal wird Riepl beim Passfang behindert. Die letzten Yards gehen erneut durch die Luft, Bianchi fängt zum ersten Score 7:0. Die Antwort der Gäste ist abwechslungsreich, eine Mischung zwischen Passspiel auf Meier und Läufe mit Simioni. In der Mitte des Spielfelds laufen sie sich aber fest. Den vierten Versuch spielen sie aus, versuchen Hager tief zu treffen. Doch der Quarterback Lenzlinger gerät schnell unter Druck, so ist der Pass zu ungenau und zu weit und die Gastgeber übernehmen den Ball. Und die lassen sich nicht die Chance nicht entgehen. Buess fängt einen wunderschönen Pass über die Schulter, wird aber kurz vor der Endzone zu Boden gebracht. Den Abschluss macht Riepl mit einem Passfang in der Endzone zum 14:0. Statt methodisch zurück ins Spiel zu finden, passieren den Winterthurern weiterhin Fehler. Erst merkt der «kick-off returner» nicht, dass der Spielzug noch nicht abgepfiffen ist, dann kommen sie mit dem Angriff nicht vom Fleck und müssen punten.
Das zweite Quarter startet erneut mit einem groben Fehler: Riepl rennt tief, hat einen perfekten Pass unterwegs und einen Schritt Vorsprung zu seinem Verteidiger. Der Passverteidiger kann den sicheren Touchdown nur noch mit einer Passbehinderung abwenden. Dann schwächeln aber auch die Gladiators zur Abwechslung: erst prallt ein Ball vom Schulterschutz ab, dann ist einer zu kurz und Riepl muss kurzerhand Passverteidiger spielen. Nachdem eher Pass die Devise war, kann erst Quarterback Noble einen neuen ersten Versuch und dann Gallati einen Touchdown herauslaufen: 21:0. Die Gäste sind nun richtig in Zugzwang und gehen volles Risiko. Statt zu punten rennt der Punter Hager selber rechts und holt die nötigen Yards. Mit Ach und Krach kommen sie durch mehrere kurze Spielzüge vor die Endzone. Da wird Hager, diesmal als Passfänger, eigentlich sehr gut verteidigt. Der Verteidiger kann ihm den Ball vor der Nase in die Luft ablenken. Beim Nachfassen ist Hager schneller, kann die Füsse in der Endzone herunterbringen und so den Anschlusstreffer 21:7 holen. Doch der Spielzug ist noch nicht ganz fertig, Hager hat noch so viel Momentum, dass er hinter der Endzone rausfällt und in einen Fotografen hineinrutscht. Ausser einem Schrecken scheint aber alles in Ordnung zu sein. Die Hoffnung für die Warriors währt nur kurz und die Antwort der Gladiators kommt umgehend. Obwohl der Quarterback Noble zuerst für Raumverlust gesackt wird und sein 25 Yards Lauf danach wegen eines Haltens nicht zählt, kann er mit einem wunderschönen langen Pass auf Walter fast 40 Yards überbrücken. Den Abschluss macht erneut Riepl in der Endzone zum 28:7. Die letzte Minute der ersten Halbzeit verbringen die Warriors mit zwei Laufspielzügen, wodurch sie nur noch 10 Sekunden für zwei letzte tiefe Pässe haben. Doch die starke Passverteidigung der Basler hält.
Nach der Pause versuchen die Winterthurer weiter abwechslungsreich zwischen Wurf- und Laufspiel zu wechseln und kommen auch ganz ordentlich vom Fleck. Kurz vor der Redzone entscheiden sie sich aber, einen vierten Versuch mittels Fieldgoal zumindest in Punkte umzuwandeln. Das geht schief und erlaubt den Gastgebern, den Deckel zuzumachen. Fast ausschliesslich mit Laufspiel durch Gallati marschieren sie übers Feld. Abschliessen darf Regenass zum 35:7. Das dritte Quarter geht mit einem weiteren Fehler der Warriors zu Ende: Ein tiefer Pass ist viel zu kurz und Jörg gelingt die Interception.
Dank einem langen Pass auf Gallati stehen die Gladiators erneut in der Redzone. Nach ein paar versuchten Spielzügen gelingt schliesslich der Touchdown auf Walter zum 42:7. Der Rest des letzten Viertels besteht vor allem aus Geplänkel im Mittelfeld: Erst gehen die Gäste beim vierten Versuch erfolglos und geben den Ballbesitz ab, dann versuchen die Gastgeber einen vierten Versuch mit demselben Resultat. Das wiederholt sich gleich nochmals. Und auch wenn der eine oder andere Spielzug für die Zuschauer, 632 an der Zahl, ganz schön anzusehen ist, viel ändert es nicht. Den Abschluss bildet ein langer Pass der Warriors in die Endzone, abgefangen und zurückgetragen durch den Gladiator Ziegler.
Der klare Sieg der Basler ist vorallem der offensiven Schlagkraft geschuldet, gepaart mit der soliden Passverteidigung. Auf der Gegenseite waren zu viele Fehler der Hauptgrund für die Niederlage. Vor allem am entscheidenden Anfang des Spiels wurden Chancen nicht verwertet. So purzeln die Winterthurer klar auf den dritten Tabellenrang und die Gladiators klettern langsam nach oben.
Gladiators Basel vs. Winterthur Warriors: 42:7 (7:1)
Details zum Spiel: SAFV
Eventdatum: 02.05.2026
Fotograf: Nils Blattner / szenemagazin.ch
Location: Stadion Rankhof, Basel
Veranstalter: Gladiators Basel
Zuschauerzahl: 632
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