Der Wind bläst deftig über den Zauberpark und der Regen trägt das seine dazu. Von der Lounge aus betrachte ich von oben das bunte Treiben an den Food- und, aber auch hier wird es plötzlich nass. Die Leute wärmen sich von innen auf mit Glühwein, Café etc. Kurz vor Beginn huscht Zoe Wees über den Platz und begibt sich hinter die Bühne. Leider dürfen wir heute nach Anweisung des Managements von Zoe Wees nicht hinter die Bühne, was eigentlich schade ist. Leider halten sich nicht alle Fotografen an die Regeln die besagt: Fotografieren nur vom FOH aus. Einer steht genau vor Bühne und wird so zum Störfaktor in meinen Bildern. Nun aber zum Auftritt von Zoe Wees.
Das Intro von Ghost wird instrumental in die Länge gezogen. Nacheinander betreten die Bandmitglieder und Background-Sängerinnen von Zoe Wees die Bühne. Nur ihre Silhouetten sind im Lichtschein zu erkennen. Zoe Wees kommt in einer Kombination in Weiss mit Jacke, Mini und hohen Stiefeln auf die Bühne. Jubel und Applaus der Fans in den vordersten Reihen ertönen, als der Song Overthinking ertönt. Mit ihrem Hit Girls like us, den sie zusammen mit dem norwegischen DJ Kygo veröffentlicht hat, zieht sie das Publikum auf ihre Seite und die meisten singen oder summen den Song mit. In der Lounge sind heute die Leute von McDonalds Schweiz eingeladen und die lassen es sich nicht nehmen, Stimmung in die Lounge zu bringen. Die 22-jährige Zoe Wees ist national wie international gefragt mit ihrer kraftvollen Stimme, die mal soulig, mal rockig ist. Als erste deutsche Sängerin hatte sie einen Auftritt an den American Music Awards. Bis heute wurde ihre Musik weltweit über eine Milliarde Mal gestreamt.
Weiter geht es im Set mit Lightning, einem sehr gefühlvollen Song. Ihre beeindruckende Altstimme gewährt dabei einen tiefen Blick in ihre Seele. Ihre Lieder sind eine Mischung zwischen Pop, Rock, R&B und Soul. Oft erzählen sie von Leid und Schmerz, wie sie anschliessend dem Publikum erklärt. Auf mich wirkt sie schüchtern und zeigt eine gewisse Unsicherheit auf der Bühne. Den Durchbruch feiert sie mit Control. Der Song gibt einen Einblick in die Kindheit von Zoe Wees. Ein sehr persönlicher Song, denn sie litt als Kind an einer Form von Epilepsie, die zu Depressionen und einem Kontrollverlust führen kann. Musik ist ihre Ausdrucksform, ihre autobiographischen Songs sind ein Teil ihres Heilungsprozesses. Hinter mir sagt eine Besucherin folgendes: «Ich find's heftig, wie gut sie ihre eigenen Geschichten in den Songs erzählt». Mit Do it better geht die Reise weiter. Diesen hat sie sie mit dem deutschen DJ Felix Jaehn im Mai 2022 produziert. Es folgt Daddy’s Eyes, bevor sie die aktuellen Songs ihres ersten Studioalbums «Therapy» zum Besten gibt, das im November dieses Jahres auf den Markt kam.
Es ist gelungener Auftritt von Zoe Wees im Zauberpark. Leider hat das Wetter nicht mitgespielt und es hatte wohl deshalb wenig Leute - oder war es wegen den happigen Eintritts-, und Foodpreisen? Für mich waren sie definitiv zu hoch, wenn man bedenkt, dass ein (kleiner) aber feiner Burger 14 Franken kostet und dazu noch ein Getränk, landet man bei über zwanzig Franken. Dieses Jahr haben mich die Lichtinstallationen nicht überzeugt und wie schon in einem anderen Beitrag geschrieben wurde, musste eine Installation wegen der Schneelast abgebaut werden und eine andere ging kaputt. Ich mache ich mich nach Konzertende vom Regen durchnässt auf den Rückweg meines letzten Abends im Zauberpark.
Eventdatum: 05.12.2023
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Zauberpark, Kloten
Veranstalter: NOA No Ordinary Art
Zuschauerzahl: unbekannt
https://www.szenemagazin.ch/konzert/item/1178-zoe-wees-verdraengt-den-regen-mit-ihrer-warmen-soulstimme-am-zauberpark?print=1&tmpl=component#sigProId0a0bdfe1a7
