Nach der Demontage vom Samstag auf dem Prüfstand
Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Wenn es in der Best-of-Seven gegen den EHC Kloten so weiterläuft wie bisher, werden automatisch Parallelen zum letzten Jahr gezogen. Ein déjà-vu? Marschieren die Lions erneut mit einem 4:0 durch das Viertelfinal?
Eines ist sicher: heute war das eine knappe Kiste für die Lions. Als es in der 48. Minute erneut zu einem Review kam, haben wir uns gefragt, was sich die Herren in schwarz-weiss ansehen. Scherzeshalber habe ich nach der ersten verstrichenen Minute mal «Toooooor» geschrien. Weil… was sonst würden sie sich ansehen? Torhüterbehinderung, während ein Spieler im Netz lag? Eine verlorene Trillerpfeife suchen? Ist jemandem das Handy aus dem Sack gefallen? Als die Schiedsrichter wieder aufs Eis zurückkehren und ein Tor anzeigen, sind alle so dermassen verwundert, dass der Jubel nur sehr verzögert einsetzt. Aber fangen wir doch mal mit dem ersten Drittel an. Es dauerte 20 Minuten, bliebt torlos und die Lions haben 15 Mal aufs Tor gepfeffert. Es verwundert drum auch niemanden, dass das Spiel praktisch durchgängig vor Ludovic Waebers Kasten stattfand. Das Motto hiess wohl: einfach draufhalten. Simon Hrubec hingegen war nur ein einziges Mal mit einem Schuss aufs Tor konfrontiert. Ich glaube, sie haben danach nur die Hälfte der Eisfläche gereinigt.
Ich hatte mich auf ein fotoarmes Drittel eingestellt, weil ich fälschlicherweise davon ausging, die Lions würden ihre Zeit weiterhin im Klotener Drittel verbringen. Pustekuchen! Jetzt war es am EHC, Vollgas zu geben, wenngleich die Lions mehr Druck aufsetzten. Im Mitteldrittel gabs in der 27. Minute einen viel zu langen Videoreview, bei dem minutenlang die gleiche Szene vor- und zurückgespult wurde, bis mal jemand den Vergrösserungsknopf fand. Verdikt: Check gegen Kopf-/Nackenbereich – 5 Minuten plus Spieldauer für Christian Marti. Es gab noch weitere 4 Strafen, aber ausser dass die Klotener bei der Torschuss-Statistik von 1 auf 16 aufgeholt haben, wartete man in der ausverkauften Swiss Life Arena vergebens auf ein Tor.
Fürs dritte Drittel habe ich ja schon eingangs gespoilert, dass es endlich ein Tor gab. Nur hat das keiner mitbekommen – bis auf den Torschützen selber! Die meisten haben sich vermutlich auf Joel Henry konzentriert, der sich in Waebers Kasten gesetzt hatte. Ich habe auch nur eine Aufnahme der Szene, wo der Schiedsrichter abpfeift, während Geering noch neben dem Tor umherkurvt. Auf SIHF habe ich mir dann die Szene aber im Shot Tracker anschauen können. Ich sehe noch immer nicht so genau, wo der Puck rein ist, aber es zeigt, wie Geering abzieht und danach als einziger die Hände in die Luft reisst. Es wird noch einige Male brenzlig vor Simon Hrubecs Gehäuse, aber uns bleibt eine Verlängerung erspart. Die Lions gewinnen mit 1:0 und holen sich den dritten Sieg in der Serie. Ob es am Freitag tatsächlich nochmal ein Heimspiel für die Lions gibt, werden wir am Mittwoch wissen. Dann steht Spiel Nummer vier in der SWISS Arena in Kloten an.
ZSC Lions vs. EHC Kloten: 1:0 (0:0 | 0:0 | 1:0)
Schüsse aufs Tor: 26:26 (15:1 | 5:15 | 6:10)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoster
Eventdatum: 17.03.2025
Fotografin: Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Location: SwissLife Arena, Zürich
Zuschauerzahl: 12000
https://www.szenemagazin.ch/sport/item/1383-nach-der-demontage-vom-samstag-auf-dem-pruefstand#sigProId8c2ea5d9cf
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Michelle Brügger
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