Kaum beginnt die Partie, muss John Quenneville bereits für 2 Minuten vom Eis für Beinstellen. Die Lakers können die Überzahlsituation jedoch nicht zu ihren Gunsten nutzen. Auch das zweite Powerplay für die Gäste bleibt ohne Treffer, während Marcus Krüger in der 10. Minute wegen einer innigen Umarmung des Gegners auf der Strafbank Platz nehmen muss. Allerdings ist die Spielerzahl eine Minute später wieder ausgeglichen, als Roman Červenka statt der Scheibe einen Spieler trifft. Etwa zynisch denke ich: “Der ZSC und Powerplay. Das wird wohl nix”. Stimmt auch. Der erste Treffer in der 14. Spielminute erfolgt erst 5 Sekunden nach Ende des Powerplays. Justin Azevedo schiesst in Richtung Tor, der Schuss wird dann unglücklich von Leandro Proficos Kufe ins eigene Tor abgelenkt.
Die zweite Möglichkeit für die Lions folgt auf dem Fusse. In der 16. Minute rutscht Emil Djuse unter einem Lions-Spieler durch und verliert dabei seinen Helm. Da er scheinbar verwirrt ist, dass das Spiel weiterläuft, ist er zu lange ohne Helm auf dem Eis und kassiert dafür 2 Minuten Auszeit. Denis Malgin zieht vors Tor, zieht ab und versenkt herrlich in die rechte obere Ecke. Es steht 2:0 für die ZSC Lions und mit diesem Ergebnis geht es in die erste Pause.

Eine Minute ist gespielt, als Andrew Rowe wegen Behinderung für zwei vom Spielfeld geschickt wird. Ihm folgt Igor Jelovac, nachdem er Noah Meier ein Bein stellt, der seinerseits in Tor schliddert und dabei Melvin Nyffeler von den Füssen holt. Die doppelte Überzahlsituation seitens der Zürcher fällt nicht grossartig auf. Im Gegenteil. Die St. Galler starten gemütlich einen Gegenangriff, der beinahe in einem Treffer endete. Ludovic Waeber war jedenfalls einen Moment nicht sicher, ob die Scheibe hinter ihm im Tor gelandet ist und blickt zurück. Doch der Puck liegt vor dem Keeper, Sven Andrighetto ist aber zur Stelle, bevor er vom Gegner geschnappt werden könnte. Waeber bemerkt die Scheibe vor seinen Schonern noch rechtzeitig und wirft sich rettend darüber. Beim darauffolgenden Angriff checkt Yannick Weber Rajan Satarics Kopf gegen die Bande. Für Weber bleibt es bei der 2-Minutenstrafe. Die Lakers können zwar mit einem Mann mehr auf dem Eis agieren, die Zürcher zeigen aber einmal mehr ihre Stärke in Unterzahl.
Der Keeper ist die Person in der Mannschaft, bei man als Gegner tunlichst Körperkontakt vermeidet. Sonst riskiert man eine Tracht Prügel durch seine Kollegen. Manchmal wird er aber trotzdem absichtlich und unabsichtlich - wie Nyffeler im ersten Drittel - umgeholzt und die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten. Emil Djuse wurde mit einem Schubs von hinten dazu gezwungen, über Ludovic Waeber zu springen. Es kommt zu einem kurzen Gerangel mit Reto Schäppi, das jedoch nicht geahndet wird. Nach dem Bully wollen die Lions ihren Angriff aufbauen, der jedoch gestört wird. Malgin zieht ab, trifft aber den Puck nicht richtig, weshalb die Scheibe beim Gegner landet. Jeremy Wick übernimmt und trifft zum 2:1. Die Lakers sind im Mitteldrittel präsenter und üben mehr Druck aus, während die Zürcher eher agieren als reagieren. Die Frage ist somit nicht, ob der Ausgleichstreffer im dritten Drittel erfolgt, sondern wann.

In der 45. Minute Jeremy Wick wird von Chris Baltisberger hart zu Boden gebracht. Dieser bleibt kurz benommen liegen - sowohl “Mr. Perskindol” der Lakers-Bank als auch der Team-Arzt der Lions begeben sich aufs Eis. Ein kurzer Check “folge meinem Finger” scheint befriedigend auszufallen. Während Wick zur Spielerbank fährt, versucht er den Schmerz wegzuschütteln. Er wird nochmal begutachtet, es scheint aber wohl alles okay zu sein.
Im dritten Drittel werden die Angriffe gegenseitig jeweils frühzeitig gestört oder durch Eingreifen der Keeper beendet. In der 52. Spielminute fällt dann das Ausgleichstor durch Yannick Brühschweiler. Er nimmt einen Pass von der blauen Linie ab und drückt ab. Ludovic Waeber kann nicht mehr rechtzeitig reagieren. Keine zwei Minuten jubeln die Lakers-Fan erneut lautstark, als Zack Mitchell in der 54. Minute im Zusammenspiel mit Sandro Zangger und Roman Červenka den Führungstreffer erzielt. Ist das die Entscheidung? Ich denke nicht. Noch mehr als genügend Zeit auf der Uhr für einen Ausgleich oder gar die Führung zurückzugewinnen. Allerdings müssen die Lions 2 Minuten lang auf John Quenneville verzichten, der wegen Stockschlags protestierend auf die Strafbank geschickt wird. Einmal mehr fällt dabei beinahe in Unterzahl ein Tor. In der 59. Minute räumt Ludovic Waeber einen Arbeitsplatz. Hätte der Gegner seinen Schuss nicht verzogen, wäre das Spiel vorbei gewesen. Rikard Grönborg nimmt das Timeout. Eine halbe Minute vor Ende der regulären Spielzeit lenkt Chris Baltisberger einen Schuss von Maxim Noreau erfolgreich ab. Der Ausgleich ist Tatsache, es geht in die Verlängerung.
Fünf Minuten lang spielen die Mannschaften 3 gegen 3. Den Angriff von Emil Djuse kann Ludovic Waeber nur noch mit einem Hechtsprung abwehren. Die Schiedsrichter prüfen kurz das Video, ob die Scheibe dabei nicht hinter die Torlinie gerutscht ist. In der 65. Minute verpasst Denis Hollenstein den Siegestreffer, als er neben das offenstehende Tor schiesst. Die Partie muss schlussendlich im Penaltyschiessen entschieden werden. Gleich der erste Schuss von Roman Červenka sitzt. Die nächsten vier verfehlen ihr Ziel. Dennis Hollenstein überwindet Melvin Nyffeler. Die Hoffnung auf einen Sieg der Gastgeber steigt wieder. Nach dem 10. Schuss wechselt der Rhythmus und Nyffeler muss gleich zweimal hintereinander einen Treffer verhindern, bevor der 12. Schuss von Roman Červenka den Deckel zumacht und den SC Rapperswil-Jona Lakers den Sieg beschert.
Noch halten sich die ZSC Lions auf Platz 5 mit einem 3-Punktevorsprung und einem Spiel weniger als die SC Rapperswil-Jona Lakers. Gross ist dieses Polster aber nicht mehr, dass sie auf Rang 6 abrutschen. Das nächste Spiel ist auswärts gegen den HC Ajoie.
Tore: 3:4 n.P. (2:0 | 0:1 |1:2 | 0:1)
Schüsse aufs Tor: 32:30 (13:7 | 8:15 | 9:7 | 2:1)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 26.10.2021
Fotograf: Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Location: Hallenstadion, Zürich
Veranstalter: ZSC Lions
Zuschauerzahl: 7'337
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