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Bastian Baker rockt den Zauberpark

Bastian Baker rockt den Zauberpark Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Bastian Baker hatte ich schon mehrfach vor meiner Linse. Im Jahr 2019 bei seinem Auftritt am Stars in Town und danach bei den beiden Premierenshows des Zirkus Knie. Dort zeigte er uns sogar auch sein artistisches Können. Heute Abend beglückt er uns als Hauptact im Zauberpark.

Doch zuerst etwas über Acamar, der vierten Lichtinstallation auf dem Weg zur Bühne. Sie wurde geschnürt von Heinz Kasper. Es ist ein Zaubernetz der Phantasie, Lichtschnüre des Seins. Künstlerisch ist Kasper schon seit 1994 aktiv. Mit mehreren Preisen ausgezeichnet gibt er auch sein Wissen weiter, so hatte er mehrere Lehraufträge inne und hatte sogar einen Vortrag und Workshop an der Universität in Bogota. Dieses Jahr war er an mehreren Licht-Festivals in Island mit dabei.

Am Ende ist alles Licht. Heinz Kasper

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Das Vorabendprogramm für die Kids gestalten heute Laurent & Max. Sie nehmen bekannte Songs und versehen sie mit neuen schweizerdeutschen und kindertauglichen Texten. So wird zum Beispiel Let It Be zu Znünibrot oder Born To Be Wild zu S Mami häts gseit. In ihren Texten geht es mehrheitlich um die täglichen Probleme von Kindergärtnern und Primarschülern.

Vor dem Konzert hole ich mir noch kurz meinen Backstagepass, denn ich darf heute Abend auch von der Bühne aus ein paar Bilder machen. Im Anschluss möchte ich noch etwas gegen das Knurren meines Magens unternehmen. Bei meinem letzten Besuch habe ich Fonduepommes gesehen, hatte aber bereits gespiesen. Am Stand angekommen, sehe ich eine längere Schlange, die mich davon abhält, vor der Show das Magenknurren zu besänftigen. So mache ich meine Kameras bereit und gehe dann Backstage, um an der Wärme auf den Showbeginn zu warten. Dort kommt mir im Halbdunkeln jemand entgegen und streckt die Hand zur Begrüssung aus: «Freut mich, Bastian». Von mir kommt dann ein etwas perplexes: «Freut mich, ich bin Marcel» als Antwort. Er zieht sich dann zurück in seine hoffentlich besser gewärmte Garderobe. Kurz darauf kommt die komplette Band aus ihren Quartieren und macht sich bereit, um die Bühne zu stürmen. Währenddessen wird das Publikum wieder von Primo Berera begrüsst und auf den kommenden Act eingestimmt. Die fünf Bandmitglieder besiedeln die Bühne, derweil wartet Bastian noch einen Moment, um dann die Stage zu betreten. Sehnlichst erwarten ihn die Fans, welche im kurzen Regenschauer ausharrten und begrüssen ihn jubelnd und klatschend. Für mich ist es nicht das erste Mal, dass ich von der Bühne herab fotografieren kann, jedoch Premiere im Zauberpark.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Vor seiner Gesangskarriere machte sich Bastian Baker als Eishockeyspieler einen Namen. Er hatte einen Vertrag mit der U17 des HC Fribourg-Gottéron. Später wollte er sich dann aber mehr auf die Musik konzentrieren. Seine gesanglichen Künste wurden in einer Bar in Zermatt von Claude Nobs entdeckt. Sein erstes Album «Tomorrow May Not Be Better» kletterte in der Schweizer Hitparade bis auf Platz 3 hoch. Dafür erhielt er auch eine Platinauszeichnung. Das aktuelle Album «Stories of the XXI» ist Anfang dieses Jahres erschienen und schaffte es sogar auf Platz eins. In der Saison 2020/21 schnallte er sich nochmals die Schlittschuhe an und war während fünf Spielen für den HCV Martigny als Stürmer aktiv. Für verschiedene Zusammenarbeiten mit Produzenten und Songschreibern zog er für eine Weile nach Nashville und arbeitete an über 60 Liedern mit. Mit Shania Twain war er auf Welttournee als ihr Support-Act, die 80 Shows beinhaltete. In der dritten Staffel von The Voice in Belgien war er als Coach involviert.

Nach zwei Songs begebe ich mich vor die Bühne. Mit der Kamera in  der Hand machen mir die Leute gerne Platz und ich kann ungestört fotografieren. Erstaunte Blicke habe ich geerntet, als ich die eine Kamera gesenkt habe und eine zweite hervorzauberte. Die Stimmung ist gut und es hat ein paar eingefleischte Fans dabei. Sie können die Songs textsicher mitsingen. Dass es kurz vor Showbeginn regnete, beeinträchtigt die Atmosphäre keineswegs. Während ich mich durch die Leute bewege, sehe ich durchwegs nur glückliche Gesichter. Auf dem Weg nach hinten stehe ich plötzlich vor einer auf einem Stuhl sitzende Dame, die den Krücken nach zu urteilen eine Beinverletzung hat. Sie wollte dann ernsthaft irgendwie aufstehen, um mir Platz zu machen, damit ich durch kann. Ich sage dann zu ihr: «Sitzen bleiben! Ich komme schon durch.»

Michelle hat sich in ihrem letzten Bericht über die Skianzüge geäussert. Auch am heutigen Abend gibt es den einen oder anderen Besucher, der sich mit den Skihosen oder dem ganzen Anzug warmhalten möchte - obwohl die Temperatur aktuell etwa acht bis neun Grad anzeigt. Zwischen zwei Songs gibt Bastian den Zuhörern etwas mehr als 30 Sekunden Zeit, um der/dem Begleiter zu sagen: Du bist die/der eine… Während dem Song Dancing without you bringt er das Publikum zum Mitsingen. Seine Aufforderung: Sorgt dafür, dass sie sich im Tower drüben fragen, ob alles ok ist am Baker-Konzert. Ich mache erneut einen kurzen Abstecher auf die Tribüne, wo man mir ebenfalls sofort Platz macht, sobald die Kamera sichtbar wird. Eine junge Dame duckt sich dann noch, um mir bessere Sicht zu bieten.

Genug Bilder auf den Sensor gebannt, packe ich meinen Rucksack und nehme einen zweiten Anlauf, um den knurrenden Magen zu beruhigen. Ich begebe mich nochmals vor den Foodstand, um eine Portion Fonduepommes zu bestellen: diesmal ohne Warteschlange davor. Etwa vier Minuten später halte ich meine frisch zubereiteten in Fonduekäse ersäuften Pommes in der Hand. Damit stelle ich mich an einen der Stehbartische und schnabuliere sie genüsslich, während ich Bastian zuhöre. Die Pommes sind so lecker, da könnte ich glatt eine zweite Portion verdrücken. Bastian beendet den heutigen Abend mit 79 Clinton Street und ich denke, dass er viele Zuschauerinnen glücklich gemacht hat. Mich hat er auf jeden Fall beindruckt, mit seiner unkomplizierten Art und dass er trotz seiner welschen Abstammung sehr gut Schweizer-Deutsch spricht.

Morgen Abend wird Michelle vom Amistat-Konzert berichten. Ebenfalls wird sie euch die nächste Lichtinstsallation vorstellen. Ich gehe aktuell jedoch davon aus, dass sie nicht so viel Wetterglück hat wie ich und der Platz nicht so rappelvoll sein wird.

 

 

Eventdatum: 28.11.2022

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  Zauberpark, Kloten

Veranstalter:  NOA No Ordinary Art

Zuschauerzahl:  unbekannt aber gut besucht.

 

   

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Konzert

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